Ballen.
Ball heissen in Ditmarschen überhaupt die Klösse. Ältere Leute unterscheiden indess noch Ball und Klüten, Klüt'n, (auch Klümp, besonders in Stapelholm). Estere werden aus Mehl mit Fett vermischt bereitet und mit den Händen gerollt, während die Klüt'n (Klümp) ebenfalls aus Mehl bereitet, aber in Milch angerührt und mit einem Löffel in den Grapen, in welchem sie gekocht, hinein gethan werden. Aus Fleisch gemachte Ball, die auch mit den Händen gerollt werden, heissen hier ‘Fleeschball, Fleischball;’ (ei = matter Aitlant).
Hok.
In Eiderstedt heisst ein Schaf-oder Schweinestall Hokk. Auf Sylt ist hâk der Schafstall; eigentlich Hürde, Gatter. Im Westfriesischen ist hokk dasselbe. (Vergleiche auch Hukkaben im Korrespondenzblatt des niederdeutschen Sprachvereins, Jahrgang V. Seite 66). Dahin gehört ferner das ditmarsische Middehâk d.i. ein Stall; süderditm. middehâk, eidersted. desgleichen, norderditm. middhâk, middhâkd̊r = Thür nach dem middhâk oder Stall und zwar von der Diele dahin. Verwandt mit engl. hatch-halbe Thür, Gatter?
Vossen.
Die Seminaristen Schleswig-Holsteins nennen die an einer Aufnahmeprüfung teilnehmenden jungen Leute ‘Föss’; eine von Seiten der Seminaristen am Abend vor der Aufnahmeprüfung abgehaltene Prüfung der ‘Föss’ heist ‘Fossprüfung’; das necken und Quälen der ‘Föss’ heisst ‘pieren’. Die Aufgenommenen müssen kurz nach ihrem Eintritt in's Seminar ein Souper veraustalten ‘Fossschmaus’ genannt. Bei diesem Fossschmaus wird den Föss der Schwanz abgehauen, sie werden entschwänzt und heissen nun Burschen. Studieren heisst ‘fuksen’. In einer Prüfung festlaufen, festsitzen bleiben heisst ‘auf den Hund’ kommen, oder ‘'n Hund kriegen’. Wer ängstlich dabei ist, hat das Haasenfewer, Hâsenfeiwer. Schmolles, Smollis trinken ist auf du und du mit einander austossen.
HEINR. CARSTENS.