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III

Noch 1634 ist Johann Balthasar Schupp nach Leiden gereist, ‘nur zu dem Ende, daß ich die opinion haben möge, daß ich mit dem großen Heinsio [...] sey bekandt gewesen’,50 und ein Brief Buchners feiert Heinsius noch 1645 als ‘miraculum orbis, seculi decus’.51 Als Andreas Gryphius sich 1638 in Leiden immatrikulierte, hatte Heinsius seinen Höhepunkt tatsächlich jedoch schon überschritten. Claudius Salmasius, seit 1631 in Leiden tätig, machte ihm den Rang streitig.52 Auch Gryphius, der während seines fast sechsjährigen Aufenthaltes den Streit zwischen den akademischen Lehrern aus nächster Nähe verfolgen konnte, anerkannte zwar Heinsius' Be-

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deutung, äußerte sich aber sonst ebenso abfällig über ihn wie über Boxhorn, Professor der Eloquenz und Geschichte, und hielt sich an Salmasius.53 Aus Salmasius' Historiae Augustae Scriptores hat Gryphius vielleicht den Stoff für seinen Papinian geschöpft;54 bei dem unterstellten engeren Verhältnis zu Salmasius55 ist um so auffälliger, daß Gryphius in den Anmerkungen zum Carolus Stuardus Salmasius' Defensio regia pro Carolo I (1649) nicht erwähnt.56 In den Niederlanden, wo die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Recht des Volkes bzw. Individuums und der Souveränität des Herrschers lebhaft diskutiert wurde,57 verteidigt Salmasius das Herrschertum von Gottes Gnaden. Neben den bekannten Leidener Vertretern des Neustoizismus kommt deshalb Salmasius bei der Entwicklung von Gryphius' Staatsauffassung eine besondere Bedeutung zu.58 Dieser war es auch, der Gryphius 1640 mit einer lobenden Eintragung in dessen ‘Album amicorum’ beehrte; er nennt ihn einen ‘ausgezeichneten Dichter’.59 Das war wohl mehr als eine unverbindliche Gefälligkeit: Ein Jahr zuvor waren in Leiden die Son- undt Feyrtags Sonnete erschienen, es folgten 1643 das erste Buch der Oden und das erste Buch der Sonette sowie das erste Buch der Epigramme und das Epigrammatum Liber I.60 Die Leidener Jahre waren somit für Gryphius' literarische Entwicklung äußerst wichtig, man kann sagen, daß die in Leiden veröffentlichten Werke erst das Versprechen einlösten, das die Lissaer Sonette enthielten.

 

Im gleichen Jahr, in dem Gryphius sich in Leiden immatrikulierte, wurde die ‘Amsterdamsche Schouwburgh’ mit Vondels Gysbreght van Aemstel eröffnet, mit dem Drama also, das nachweislich Leo Armenius und Catharina von Georgien zutiefst beeinflußt hat. Die Beziehung zu Vondel hat die Forschung schon früh beschäftigt. Die positivistischen Arbeiten von Kollewijn und Stachel haben gewiß Verdienste, aber erst Flemmings Studien haben, über wörtliche Entlehnungen hinaus, sowohl den weiterreichenden Einfluß des Vondelschen Dramas wie dessen selbständige Verarbeitung bei Gryphius aufgezeigt.61 Ebenso wie Opitz sich an Heinsius geschult hat, hat Gryphius aus Vondels Dramenstil seinen eigenen, den ihm gemäßen Stil entwickelt.62 In letzterem Fall jedoch begegneten sich Dichter von gleichem Rang. Ich übergehe hier die Fragen des Vondel-Einflusses im einzelnen, über die man sich in der Literatur orientieren kann,63 möchte aber noch auf den so ganz anderen Bildgebrauch bei Gryphius aufmerksam machen und eine mehr beiläufige Bemerkung von Weevers unterstreichen, daß Gryphius auch die von Vondel übernommenen Metaphern in barocker Manier auflädt.64 Ferner ist von Bedeutung, daß Gryphius' politisches Interesse sich aus niederländischen Quellen genährt hat, die in Leo Armenius deutlich durchschlagen,65 und daß er für dieses Drama vom Tyrannenmord sich an Hoofts Geeraerdt van Velsen anlehnte, das die Rechte von Fürst und Volk zu bestimmen sucht.66 Die in Leo Armenius dargestellte Problematik konnte also mit dem Interesse des holländischen Publikums rechnen. Tatsächlich wurde dieses Schauspiel 1659 ins Niederländische übersetzt, eine Tatsache, die um so bedeutsamer ist, als es sich hier um die erste niederländische Übersetzung eines deutschen Dramas der Neuzeit handelt. Der Bearbeiter ist Adriaan Leeuw, ein bekannter Schauspieler am Amsterdamer Theater;67 der auch viele französische Stücke übersetzt hat.68 Die Gryphius-Übersetzung ist gekonnt, doch oberflächlich; die barocke Bildhäufung wird öfters aufgelöst, wobei ein Bild herausgelöst und selbständig erweitert wird, schließlich werden Kürzungen und Szenenumstellungen vorgenommen.69 Wichtiger sind die Änderungen in bezug auf Gehalt und Tendenz. Die Frage, ob der Tyrann Leo eher ein Märtyrer oder aber Tyrann und Märtyrer zugleich ist, stellt sich der niederländische Übersetzer nicht, für ihn ist Leo nur der Gewaltherrscher, der seine gerechte Strafe erleidet.70 Michael ist für ihn das Werkzeug des Himmels, infolgedessen ist die Bearbeitung auf eine Stilisierung des Kontrahenten angelegt. Die Szene mit der doppeldeutigen Weissagung des Zauberers wird gestrichen, ebenso die Szenen, in denen Leo sich als Michaels Wohltäter lobt (I, 145-170) und Michaels Neid auf Leo zu deutlich zutage tritt (I, 291-303). Solche Kürzungen wur-

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den keineswegs nur aus dem Grunde vorgenommen, das Stück ‘op onzen Schouwburg tot spelen bekwaam te maken’ (Widmung), vielmehr korrumpieren sie absichtlich die tiefgründige Problematik des dramatischen Geschehens. So zeigt die in mehrfacher Hinsicht interessante Übersetzung - die bisher in der deutschen Forschung nicht beachtet wurde -, daß die fehlende Eindeutigkeit des Dramas, die zu den widersprüchlichsten Interpretationen Anlaß gegeben hat, schon den Zeitgenossen bewußt gewesen ist: Bei Leeuw ist Michael eindeutig zum Helden des Dramas geworden, die Komplexität von Gryphius' Gedanken, in denen menschliches Verfehlen und göttlicher Ratschluß so undurchsichtig verwoben sind, wurde simplifiziert. Das ist um so merkwürdiger, als Gryphius in seinem Erstlingsdrama Vondel geistig am nächsten steht. Gerhard Kaiser hat hervorgehoben, daß Gryphius ‘in keinem anderen seiner Dramen’ die ‘Einheit von Verborgensein und Offenbarsein’ Gottes ‘mit solcher Genialität’ dargestellt hat.71 Hier liegt zugleich die Wesensverwandtschaft mit Vondel, der von der Unergründlichkeit der göttlichen Weisheit sagt: Gottes Weisheit, unter die sich alles ehrfürchtig beugen muß, übersteigt unser Denken und unseren Verstand, der des Schatzes unkundig ist, welcher bei Gott, in Weisheit und Allwissenheit unendlich, verborgen liegt -

 
Godts wijsheit, die het al wat leeft kan overtuigen,
 
Vermaent de wijsten zich en hun vernuft te buigen
 
Eerbiedigh onder haer, die steigert boven 't geen
 
Ons zinnen en verstant hier stapelen op een,
 
Onkundigh van den schat, die eeuwigh schuilt inwendigh
 
By Godt, in wijsheit en alweetenheit onendigh.

In dieser Weisheit liegt auch die Rolle des Bösen beschlossen. Sie ist aber ein geschlossenes Buch für den endlichen Menschen, denn Gottes Weisheit springt zurück, um einen größeren Sprung zu machen, sie zielt (scheinbar) verkehrt und trifft dahin, wo es keiner vermutet:

 
In d'uitkomst wort doorgaends het wijs beleit geprezen.
 
Al valt dit boeck voor ons te doncker om te lezen;
 
Godts wijsheit springt te rugge, om grooter sprong te doen,
 
Zy mickt verkeert, en treft, daer 't niemant zou vermoen.72

Man hat dies Vondels ‘Geheimnis’ genannt,73 - es wird im dramatischen Bereich nur von Gryphius geteilt.74 Das Vertrauen in Gottes unergründliche Weisheit findet sich bei beiden Dichtern, es ist eine Weisheit, die sich zum Heil des Menschen auch des Bösen bedient. Bei Vondel kommt das schon in seiner Übersetzung von Grotius' Sophompaneas zum Ausdruck, wo er am Ende der Inhaltsübersicht die Idee des Dramas in seiner typischen Eigenart zusammenfaßt: ‘Boven al blijckt hier Gods wonderbaere voorzienigheid, die de boosheid der blinde menschen buiten hun wil weet te bezigen en te beleiden tot behoudenisse van geheele koningkrijcken, landen en volcken.’75 Auch in Leo Armenius enthüllt sich für Augenblicke die göttliche Weisheit, die die ‘Boshaftigkeit der blinden Menschen, ohne daß es ihnen zu Bewußtsein kommt, einzusetzen weiß zur Erhaltung ganzer Königreiche, Länder und Völker’. Der Verfall des Staates ist auch das erste Argument, mit dem der Verräter Michael Balbus die Mitverschwörer zu überreden sucht:

 
Des Fürsten grimmer Sinn/die zwytracht in dem
 
Stat/
 
Die zäncksucht in der Kirch'/vnd vntrew' in dem
 
Rath/
 
Die Vnruh' auf der Burg/ ...............
 
......... kan ewre Faust gestehen/
 
Daß Reich vnd Land vnd Statt/so wil zu grunde gehen?
 
(l 5-7, 19-20)

Der Fürstenmord stellt die Ruhe wieder her; Michael versündigt sich am Herrscher, aber seine Tat beseitigt einen Tyrannen, der den Staat zugrunde gerichtet hätte. Gottes Wege sind wunderbar, auch aus dem Bösen läßt er dem Menschen Gutes erwachsen, - so glaubt es Gryphius, so glaubt es Vondel. Denn dieser Gedanke

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durchzieht den Gysbreght van Aemstel (Rafael im letzten Aufzug: ‘Want d'opperste beleit zijn zaecken wonderbaar’), wird in anderen Stücken variiert und findet seinen eindrucksvollen Abschluß im ersten Reyen des Joseph in Dothan (1640):

 
Ja Vader, laet de menschen ruicken,
 
Hoe ghy de quaden kunt gebruicken,
 
Ten goede van het aertsch geslacht.

Nur auf dem Hintergrund einer Wesensverwandtschaft ist ein Vergleich zwischen beiden Dichtern wirklich fruchtbar. Auch Vondel hätte sagen können, was Gryphius ‘Auff das Fest der Heiligen Dreyfaltigkeit’ dichtete:

 
O Reiche Wissenschafft! wer kan die Kunst ergründen
 
Durch die man Gott erkennt'/mag dieser Augen-Licht
 
Begreiffen seine Weg/erforschen sein Gericht?
 
Wird man deß HErren Sinn durch unser Sinnen finden?
 
Uns muß Verstand und Geist vor seinen Wercken schwinden:
 
Wir wissen was die Erd/ und was sie einschleust/ nicht.76

Von diesen Worten über die wahre ‘Wissenschaft’ her fällt vielleicht ein anderes Licht auf die Frage, ob Gryphius' Denken von den modernen Naturwissenschaften beeinflußt ist oder ob er sich zum Cartesianismus bekannt hat77. Gryphius ist in Leiden sicher mit dem Cartesianismus in Berührung gekommen. Descartes wohnte einige Zeit in Leiden (1630, 1636/37, 1640-43), insgesamt lebte er 20 Jahre in den Niederlanden; sein Discours de la Méthode erschien 1637 in Leiden. Die neue Methode des Denkens verbreitete sich schnell und teilte die Theologen und Philosophen des ganzen Landes in zwei Lager, die sich heftig bekämpften. Es ist wohl ausgeschlossen, daß Gryphius, der sich als Student der Philosophie hatte eintragen lassen, in Leiden nicht aktiv an den Auseinandersetzungen teilgenommen hat. Auch gibt es biographische Hinweise, die eine Kenntnis von Cartesius' Werk nahelegen.78 Ob das alles ausreicht, Gryphius als Cartesianer zu betrachten,79 ist fraglich, und H.-J. Schings hat dieser Auffassung mit gewichtigen Argumenten widersprochen.80 Gryphius' Denkwelt ist ganz anders geartet als die des Descartes; das bleibt bestehen, auch wenn es in seinem Werk cartesianische Reminiszenzen geben würde. Die Parallele zu Vondel ist lehrreich. Bei ihm, dem frommen Katholiken, läßt sich vielfach cartesianisches Gedankengut feststellen, sogar das cogito ergo sum findet sich bei Vondel: ‘Geen droom, noch dronckenschap benevelt my, die ken,/ en buiten twyfel stel dat ik in wezen ben.’81 Dennoch war der Dichter der Altargeheimnisse (1645) alles andere als ein Cartesianer, - auch hier zwei Welten.

50Der Freund in der Not. Hrsg. von W. Braune. Halle 1878. S. 61.
51Dat. Wittenberg 12. 2. 1645. Hs. Universitätsbibliothek Leiden: BPL 246, erwähnt b. Schneppen: A.a.O., S. 128.
52Schneppen: A.a.O., S. 129: ‘Für die dem Späthumanismus bereits entwachsene Generation wurde [...] Salmasius wichtiger als Heinsius.’ Salmasius' Kritik entzündete sich vor allem an dem 1639 erschienenen Werk Danielis Heinsii Sacrarum Exercitationum ad Novum Testamentum libri XX, das Heinsius' Ruhm vollends ruinierte. Noch im Mai 1639 schrieb Heinsius an Opitz: ‘lam et Heinsianas in N.T. notas exspectat Salmasius tamquam mirmillionem retiarius’, mit dem bezeichnenden Zusatz: ‘Excitabit hoc veternum pridem portae famae indormientem Heinsium’ (Reifferscheid: Quellen, S. 579).
53Vgl. den Brief vom 11. 7. 1647 an Böckler; bei Reifferscheid: A.a.O., S. 616 f.
54Gustav Schönle teilt kommentarlos mit, daß Gryphius das Buch für seinen Papinian benutzt hat: Deutsch-niederländische Beziehungen in der Literatur des 17. Jahrhunderts. Leiden 1968, S. 3. Tatsächlich wäre das genauer zu untersuchen.
55‘So wurde Gryphius der amanuensis des mit Heinsius verfeindeten Claude de Saumaise, bei dem er auch während seines zweiten Aufenthalts in Leiden 1647 die Interessen seines Straßburger Freundes Boecler vertrat’ (Schneppen: A.a.O., S. 35).
56Bekannt ist Miltons Erwiderung: Pro populo Anglicana defensio (1650). Darauf erfolgte eine Entgegnung des Salmasius: Ad Johannem Miltonum responsio. Opus posthumum. Londini: Th. Roycroft 1660. Von der Defensio gibt es auch eine ndl. Übersetzung: Koninklijkke verdediging voor Kaarel Den I. Rotterdam 1650.
57Vondels Palamedes wurde verboten, aber doch in wenigen Monaten sechsmal gedruckt.
58Vgl. H. Hildebrandt: Die Staatsauffassung der schlesischen Barockdramatiker im Rahmen ihrer Zeit. Rostock 1939.
59Vgl. E. Mannack: Andreas Gryphius. Stuttgart 1968, S. 10/11.
60Die Unsicherheit in bezug auf die Verleger besteht nach wie vor. Auch Bruckner erwähnt (Nr. 86) Elzevier (1639), für die Werke von 1643 (Nr. 108-110) Franz Heger.
61R.A. Kollewijn: Ueber den Einfluss des holländischen Dramas auf Andreas Gryphius. Diss. Leipzig 1880. Amersfoort/Heilbronn o.J.; P. Stachel: Seneca und das deutsche Renaissancedrama. Studien zur Literatur-und Stilgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts. Berlin 1907; W. Flemming: Andreas Gryphius und die Bühne. Halle 1921; ders., Vondels Einfluß auf die Trauerspiele des Andreas Gryphius, zugleich eine methodische Besinnung. In: Neophilologus. 13 (1928), S. 266-280, 14 (1929), S. 107-120, 184-196 (vgl. auch W.F.: Einblicke in den deutschen Literaturbarock. Meisenheim 1975, S. 95-122).
62Th. Weevers: Vondels' Influence...
63Zu nennen sind noch der Aufsatz von Cl. K. Pott: Holland-Germany Literary Relations in the 17th Century: Vondel and Gryphius. In: The Journal of English and Germanic Philology. 47 (1948), S. 127-138, und (mit Abstand) das Buch von Heinz Haerten: Vondel und der deutsche Barock. Nijmegen 1934. Vondels Einfluß wird bestritten von E. Lunding: Das schlesische Kunstdrama. Eine Darstellung und Deutung. Kopenhagen 1940, S. 44 ff.; Assimilierung und Eigenschöpfung in den Lustspielen des Andreas Gryphius. In: Stoffe, Formen, Strukturen. Fs. f.H.H. Borcherdt. München 1962, S. 80-96. Für Kritik an Lundings Thesen vgl. L. Rens: Over het probleem van de invloed van Vondel op de drama's van Andreas Gryphius. In: Handelingen van de Koninklijke Zuidnederlandse Maatschappij voor Taal-en Letterkunde en Geschiedenis. Bd 20 (1966), S. 251-262. Die Sonderstellung Vondels betont E. Verhofstadt: Vondel und Gryphius. Versuch einer literarischen Topographie. In: Neophilologus LIII (1969), S. 290-299.
64Weevers: Vondels' Influence ... S. 6/7.
65Der Chor der Ersten Abhandlung des Leo Armenius erörtert Nutzen und Schaden der Zunge, in Übereinstimmung mit den Darlegungen in Lipsius' Politicorum sive civilis doctrinae libri VI (1589). Vgl. Schönle: A.a.O., S. 34.
66Gedruckt 1613. Schönle vergleicht beide Dramen: A.a.O., S. 37 ff.
67Zwischen 1647 und 1689 war Leeuw (Adriaen Bastiaensz de Leeuw) In Amsterdam tätig, er trat in vielen berühmten Stücken auf. Vgl. J.A. Worp: Geschiedenis van den Amsterdamschen Schouwburg 1496-1772, uitgegeven met aanvulling tot 1872 door J.F.M. Sterck. Amsterdam 1920; Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek, Bd. 5, Leiden 1921 (Art. von Ruys). - Leo Armenius, Treurspel. Door Adriaen Leeuw. Vertoont op d' Amsterdamsche Schouwburgh. t' Amsterdam, By Jacob Lescaille. Boekverkoper op de Middeldam, in 't jaar 1659 (Ex. KB Den Haag, Sign.: 448 H 44). Leeuw hat auch die Komödie Absurda Comica oder Herr Peter Squentz übersetzt: Klucht van Pyramus en Thisbe, ofte Boertig Treurspel. Door A. Leeuw. Gespeelt op d'Amsterdamsche Schouwburg. t' Amsterdam. By Jacob Lescailje, Boekverkooper op den Middeldam, naast de Vismarkt, 1669.
68De liefden docter (1680 und 1696: Molières L'Amour médecin), Het huwelijk van niet (zwischen 1662 und 1729 siebenmal gedruckt: Montfleurys Le Marriage de rien), Kosroe's (1656: Rotrous Cosroes, roi des Perses) usw. Die Komödie Broershert erschien 1748 in deutscher Übersetzung in Hamburg: Der Hausknecht oder der lächerliche Kampf.
69Für Einzelheiten vgl. F. van Ingen: Andreas Gryphius' ‘Leo Armenius’ in een Nederlandse bewerking van 1659. In: De nieuwe taalgids. 61 (1968), S. 232-239.
70Vgl. die Widmung: ‘... dit werkstuk wijst aan hoe de gerechtigheit des Hemels de boosheit straft, de tiranny palen stelt, en de grootste Prinsen des werelts op- en afzet.’ In Übereinstimmung damit das Lobgedicht von Joh. Blasius: ‘Soo straft den Heemel eenTyran/ Als Leo met een straf hem waerdigh./ Want straf kompt altijt aen de man/ Als heerschappy is onrechtvaerdigh.’
71G. Kaiser: Leo Armenius, Oder Fürsten-Mord. In: Die Dramen des Andreas Gryphius. Eine Sammlung von Einzelinterpretationen. Hrsg. von G. Kaiser. Stuttgart 1968, S. 3-34, hier S. 33. Den gleichen Aspekt beleuchtet der in Anm. 69 genannte Aufsatz - unabhängig von Kaiser - im Zusammenhang mit Vondel.
72Bespiegelingen van Godt en Godtsdienst, zit. nach: De werken van Vondel. WB-Ausg. Bd 9, S. 580, Vs. 639-644 bzw. S. 559, Vs. 1405-1408.
73J. Vandervelden: Vondels wereldbeeld. Utrecht-Brussel 1948, S. 205 ff.
74Weevers Meinung: ‘The spirit of Vondel's drama found little response in him’ ... (Vondel's Influence ..., S. 23) ist abzulehnen.
75Es sei verwiesen auf die vorzügliche Darstellung von W.A.P. Smit: Van Pascha tot Noah. Een verkenning van Vondels drama's naar continuiteit en ontwikkeling in hun grondmotief en structuur. 3 Bde. Zwolle 1956-1962, spez. Bd 1, S. 167 f., 202 ff.
76Sonette: III. Buch, Nr. XXXVIII. Ausg. Szyrocki/Powell, Bd 1, Tübingen 1963, S. 207. Auf den Aspekt des deus absconditus in Gryphius' Werk werde ich in anderem Zusammenhang eingehen.
77Naturwissenschaften: H. Powell: Andreas Gryphius and the ‘New Philosophy’. in: GLL, N.S. 5 (1951/52), S. 274 ff.; Cartesianismus: H. Schöffler: Deutsches Geistesleben zwischen Reformation und Aufklärung. S. 132 ff.
78Schöffler: A.a.O.; H. Powell: Princess Elisabeth and Descartes. In: Germanica Wratislaviensia. 4 (1960), S. 63 ff.
79Schöffler: ‘Andreas Gryphius der erste lutherische Kenner des Cartesius und des Cartesianismus, vielleicht sogar der erste lutherische Cartesianer ...’ (a.a.O., S. 134).
80H.-J. Schings: Die patristische und stoische Tradition bei Andreas Gryphius. Köln 1966, S. 54 ff.
81Bespiegelingen van Godten Godtsdienst. I. Vs. 1363/64. Vgl. Vandervelden: A.a.O., S. 110 ff.
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