Was die Kunst noch nicht hat, das soll sie erwerben; der zufällige Mangel an Hilfsmitteln darf die schaffende Einbildungskraft des Dichters nicht beschränken. Das würdigste setzt er sich zum Ziel, einem Ideale strebt er nach, die ausübende Kunst mag sich nach den Umständen bequemen. - - - Die wahre Kunst hat es nicht bloss auf ein vorübergehendes Spiel abgesehen, es ist ihr ernst damit, den menschen nicht bloss in einen augenblicklichen Traum von Freyheit zu versetsen, sondern ihn wirklich und in der That frey zu machen, und dieses dadurch, das sie eine Kraft in ihm erweckt, übt und ausbildet, die sinnliche Welt - - in ein freyes Werk unsers Geistes zu verwandein, und das Materielle durch Ideen zu beherrschen.
schiller.