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8.
Dat had een meysken eenen ruyter wat lief.
(Ps. XCIX)



illustratie

 
1.
 
Es het ein meydlein ein Reut - ter holdt,
 
Für Sil - ber und für ro - tes Goldt,
 
Von jm wolt sie nit las - - - - - sen,
 
Sie be- schaidt jn under ein Lin - den was grien.
 
 
 
2.
 
Da kam gut Reutter daher geritten,
 
Sein schwartzer Hut war ihm zerschnitten,
 
Sein Harnisch war mit Goldt beschlagen:
 
‘Zart schöne Junckfraw, was macht ir da?’
 
 
 
3.
 
‘Ich bin so lang gesessen,
 
Mein Bul hat mein vergessen,
 
Wol siben Jar und einen Tag
 
Das ich mein Feinslieb nit gesehen hab.’
 
 
 
4.
 
Was zog er auss seiner Taschen?
 
Ein Schlairlein was weiss gewaschen,
 
‘Schöne Junckfraw, den will ich euch schencken,
 
Wolt ir ewers Bulen nimmer gedencken.’
 
 
 
5.
 
‘Unnd wäre der Schlayr noch so lang
 
Das er vom Himmel biss auff die Erden gelang
 
Dennoch wolt ich in fahren lahn,
 
Mein feins lieb wolt ich widerumb han.’
 
 
 
6.
 
Was zog er von seinem Finger?
 
Von rottem Goldt ein Ringe:
 
‘Junckfraw, den will ich euch schencken,
 
Wolt ihr ewers Bulen nimmer gedencken.’
 
 
 
7.
 
‘Der Ring ist schön unnd ist auch gut,
 
Behalt ewren Ring unnd ich mein Muth,
 
Den Ring will ich fahren lahn,
 
Mein feins Lieb will ich wiederumb han.’
[p. 18]
 
8.
 
‘Was wolt ihr dem Reutter entbieten
 
Auss lauter lieb unnd güte?
 
So ist doch heut der ander tag
 
Das man im ein anders Junckfräwlein gab.’
 
 
 
9.
 
‘Was wolt ich im entbieten
 
Auss traurigem gemüte?
 
Behüt mir in Gott, das edel blut,
 
Das er mein Hertz erkennen thut.
 
 
 
10.
 
Ich führe jetzt ein betrübten muth,
 
Gleich wie das Turteltäublen thut
 
Das seinen Bulen verloren hat,
 
So sitzt es auff ein dürren Ast.
 
 
 
11.
 
Sie trinckt das wasser trübe,
 
Das geschicht auss lauter lieb und güte,
 
Sie betrübts mit iren füssen,
 
O Gott wie ist die lieb so süsse!’
 
 
 
12.
 
Bald stiess er ab seinen Eyssern hut,
 
Da erkennt sie in, das edle blut,
 
‘Bist dus, mein schatz? so ist mirs eben!
 
Warumb hast dich nicht zu erkennen geben?’
 
 
 
13.
 
‘Ich hab dich wöllen versuchen,
 
Hab gedacht du werst mir fluchen,
 
Hettest du mir einen fluch gethan.
 
Du müst es hie entgolten han.
 
 
 
14.
 
Weil du dich hast gehalten wol,
 
So bist du aller Tugent vol,
 
So frew ich mich, sey wo ich woll,
 
Das ich dich hertzlieb nemmen soll.’
 
 
 
15.
 
Wer ist der uns diss Liedlein sang?
 
Ein freyer Reutter ist er genandt,
 
Er singt uns das unnd noch vil mehr.
 
Gott behüt allen Junckfrawen ihr Ehr!
 
 
 
VL. BL. AUGSBURG, MICH. MANGER. Z.J. (1580, 1600).
 
Euphoríon. IX. 28.

Vgl. Ad. Lb. no. 40 - Erk-Böhme I 236. † Een meysken had een Ruyter lief Veelderh. 1569 fol. 320. Verwante liederen Berg en Neuber 68 L. No. 25 (Goed. Gr. II) en Nederrijnsch Liederhs. 1574 (Euphorion IX 29; hier wordt verder gewezen op Hs. van Ottilie Fenchlerin 1592, Alemannia I 55 en Hilarius Lustig von Freudenthal omstreeks 1690 no. 197). - Een lange zeer aardige moderne lezing Dülkener Fiedler blz. 28. Verdere litteratuur zie het vorige lied en Marriage Forster V 18, Badische Pfalz no. 4, Köhler-Meier no. 117.

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