Von Himmerod und Rottbitze bis Roda Kerkrade


auteur: Walter Hoffmann


bron: Walter Hoffmann, Von Himmerod und Rottbitze bis Roda Kerkrade (Mededelingen van de Vereniging voor Limburgse Dialect- en Naamkunde, Nr. 86). Hasselt 1996


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DBNL vignet


 i.s.m. 
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Einleitung1

Eine Einführung in das Thema ‘Rodungsnamen’ kann mit einem leicht abgewandelten ‘Tu, felix Limburg, gaude’ beginnen, und das gilt für die beiden heutigen Limburg. Die niederländisch-limburgischen Rode-Namen sind nämlich in einem vorzüglichen Artikel in den Mededelingen der namenkundlichen Kommissionen Leuven und Amsterdam 1967 von Piet Tummers dargestellt worden. Und Pierre Bosmans hat in einer leider unveröffentlichten Lizentiatsarbeit (Leuven 1970) die belgisch-limburgischen Rode-Namen behandelt, wobei offenbar die Flurnamen weit überwiegen. Für den nordöstlichen Teil der Provinz Lüttich kommt noch die alle Toponyme, also Siedlungs- und Flurnamen erfassende Arbeit von Armand Boileau (1954, 1971) hinzu. Für die deutsche Seite gibt es bisher keine solche exhaustive Erschließung und Deutung der Rode-Namen, und ich vermag sie hier allein schon aufgrund der Materialfülle nicht vollständig zu leisten. Die Rodungs-Flurnamen fehlen nämlich, sie sind neben den Siedlungsnamen nur mit wenigen Seitenblicken bedacht. Ihre Ermittlung wäre zu aufwendig gewesen. Mit der einen oder anderen weiteren Einschränkung möchte ich aber doch den Versuch eines intensiven Überblicks über die rheinischen Rodungsnamen innerhalb der Siedlungsnamen im Vergleich mit den limburgischen machen.

 

Ein solcher Überblicks-Versuch - eine zweite Einschränkung - kann keine grundstürzend neuen namenkundlich-typologischen oder siedlungsgeschichtlichen Erkenntnisse erbringen. Die siedlungs- und wirtschaftshistorischen wie die namenkundlichen Grundzüge und Wege der verschiedenen mittelalterlichen Rodungsphasen und -typen, des sog. Landesausbaus, auch innere Kolonisation genannt, sind vielfach beschrieben worden. So etwa von den Historikern Adriaan E. Verhulst für die Niederlande und Wilhelm Abel für das Deutsche Reich im Handbuch der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte (1980, S. 259-296 und S. 534-551), oder von Adolf Bach, Die deutschen Ortsnamen (1954, § 615ff.), und Debus/Schmitz im Handbuch Sprachgeschichte (1985, S. 2118ff.) für die Namenforschung. Demographische und wirtschaftliche Zwänge resp. Ziele haben zu vielen Zeiten die Neugewinnung von Siedlungs- und landwirtschaftlichen Nutzungsflächen aus Waldgebieten oder Ödland notwendig

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gemacht. Eine erste Phase des karolingischen Landesausbaus im 8./9. Jh. reicht in ihrer Intensität nicht an den hochmittelalterlichen Ausbau des 11. bis 14. Jhs. heran, der von einem ständigen Bevölkerungswachstum bis in die Krisenzeiten der Pestepidemien des 14. Jhs. ausgeht. ‘Die hochmittelalterliche Aufschwungphase [in Wirtschaft, Gesellschaft und Herrschaft, d. Verf.] ist geprägt von einer starken Bevölkerungszunahme, intensiver Rodungstätigkeit und umfangreichem Landesausbau.’ (Rösener 1992, S. 17) Solche Rodungstätigkeit, das zeigen viele Quellen, hat allerdings auch zu erheblichen Streitigkeiten zwischen Grundherren und Bauern geführt über wirtschaftliche Nutzung und Rechte an Wald und/oder gewonnenem Neuland. Dies hat jüngst Siegfried Epperlein eindrücklich für verschiedene Regionen, u.a. den Niederrhein, nachweisen können (1993, bes. S. 36ff.)2. Andererseits hat es schon bis zum Hochmittelalter, besonders aber in der wirtschaftlichen Abschwungphase danach (Pest!) auch viele Rückentwicklungen gegeben, die in unserem Zusammenhang unter das Stichwort Wüstungen fallen: ein großes Thema der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte seit den 60er Jahren3, aber auch schon früher der Flurnamenforschung4. Wiederum Piet Tummers hat z.B. einleuchtend zeigen können, daß in Niederländisch-Limburg nach der romanischen Siedel- und Ausbauphase (Tummers 1962: romaanse taal-eiland Vaals) vom 3. Jh. an bis in das Hochmittelalter eher eine erneute ‘verwildering’ des platten Landes und eine Ausdehnung der Waldgebiete stattgefunden haben dürfte: vor dem 12. Jh. ‘is er geen Limburgse rode-naam geattesteerd’ von immerhin 70 Toponymen, zu denen allerdings einige ‘veldnamen’ gehören (Tummers 1967, S. 71). Der älteste urkundliche limburgische Beleg betrifft dann tatsächlich unseren Tagungsort Klosterrade, der seit 1108 als Simplex rode überliefert wird, dann auch in den ‘Annales’ des 1104 gegründeten Klosters, und zunächst ‘het land van Rode’ meint: ‘in predio quod est rode’5.

 

Im folgenden sollen zunächst knapp die möglichen Grundtypen von kontinentalgermanischen Rodungs-Namen (I.) und ihre historisch-geographische Verteilung vorgestellt werden anhand

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vorliegender Handbuchdarstellungen (Bach 1956, Debus/Schmitz 1985). Im Zentrum wird danach der Typus der ‘eigentlichen’ RODE-Namen stehen anhand einer noch vorzustellenden größeren Sammlung von Siedlungsnamen in Deutschland, die ich besonders für Teilräume des deutschen linken Niederrheins zwischen Kleve und Trier ausgewertet habe mit einigen Blicken darüberhinaus. Dabei stehen zunächst die quantitativen Relationen zu den anderen Siedlungsnamen wie zwischen den Varianten der RODE-Namen zur Debatte (II.). Die Fragen an das niederrheinische Namen-Material werden sich - ähnlich wie bei Tummers 1967 - auf die chronologische und die (sprach-)geographische Verteilung der verschiedenen Wortbildungstypen (III.) und schließlich die historische Situierung dieser Siedlungsnamen (IV.) richten. Dazu können zahlreiche Vorarbeiten aus der regionalen und ortsbezogenen Namenforschung herangezogen werden. Anhand von kleineren Einzelstudien ließen sich auch örtliche Bestände an Flurnamen beobachten, die von Rodungsvorgängen betroffen waren, etwa im Kontext der Wüstungsfrage. Dieser Fragestellung bin ich aber nicht weiter nachgegangen. Insgesamt soll also ein Spektrum von möglichen Fragestellungen mit der einen oder anderen vorläufigen Antwort, mit Teilergebnissen am raumbezogenen Fundus der niederrheinisch-limburgischen RODE-Namen, sofern sie Siedlungsnamen sind, in den Blick genommen werden. Eine umfangreiche, aber wohl nicht ganz vollständige Liste der linksrheinischen RODE-Siedlungsnamen mit ihren älteren Belegformen sowie eine weitere Liste mit den belgisch-limburgischen RODE-Siedlungsnamen mit ihrem Erstbeleg nach Bosmans (1970) schließen den Beitrag ab.

I. Grundtypen von Rodungs-Namen

Rodungsnamen gelten im wesentlichen als eine spezifische Form der Bildung von Toponymen des hohen und späteren Mittelalters. Sowohl als Simplizia, aber zumeist als Zweitglied in Komposita, treten sie zwar gelegentlich schon im 9. und 10. Jh. auf, die eigentliche ‘Blütezeit’ (Debus/Schmitz 1985, S. 2118) ist aber das 11. bis 13. Jh. Es handelt sich in der Kontinentalgermania um die Lexeme Rode mit vielen Varianten, um Schwend, Schlag, Sang, Hau, Mais. Weitere eher sekundäre Rodungsnamen werden mit den Lexemen Grün, Hagen/Hahn, Scheid, Bracht/Breth gebildet. Da diese nicht auf den Vorgang der Rodung selbst bezogen sind, sondern eher deren Ergebnisse (Hagen ‘Einfriedigung’ oder Grün ‘grüne Fläche, dem Wald abgerungen’) bezeichnen, bleiben sie hier ausgeschlossen (etwas anders

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Bach 1954, § 618-622). Der Bezug auf die vorbereitenden Arbeiten der Wald- oder Ödland-Rodung zur Anlage einer Siedlung, auf den Besiedlungsvorgang als Prozeß hebt die Rodungsnamen von anderen Siedlungsnamen-Typen ab, die sich auf die Siedlungsstelle (-bach, -brunn) oder die Insassen (-ingen) oder die Siedlung selbst (-dorf, -heim usw.) beziehen. Unterschiedliche Rodungsverfahren sind die Grundlage für die genannten Bildungen von Rodungs-Namen, aber nur das Lexem RODE mit seinen zahlreichen Varianten hat hohe Verbreitung im gesamten kontinentalgermanischen Sprachraum und darüber hinaus gefunden. Das althochdeutsche Appellativ riuten, oberdeutsch reuten, mitteldeutsch-niederdeutsch roden mit den substantivischen Grundwörtern riuti/reut, reod, riot/riet, sowie rod/rad bezeichnet die Beseitigung des Waldes durch Fällen der Bäume und Ausgraben der Wurzelstöcke, offenbar nach dem Zeugnis der Namen die am weitesten verbreitete Art der Rodung. Das Nomen ist auch literatursprachlich in der Würzbzurger Markbeschreibung (ze demo Geruuinnes rode, ca. 955 geschrieben)6 überliefert. Nur kurz seien die anderen Lexeme zur Bezeichnung von Rodung in Toponymen erwähnt, da sie im mitteldeutsch-niederländischen Raum keine Rolle spielen. Bildungen mit -schwand/-schwend im oberdeutschen, v.a. im alemannischen Sprachraum (Menzenschwand, Balderschwang u.ä.) werden auf schwenden als Kausativ für ‘schwinden machen’ zurückgeführt, nämlich durch Abschälen der Baumrinde; -schlag, v.a. im östlichen Oberdeutschen, auf slac als durch Holzfällen urbar gemachte Waldstelle, ähnlich - hau und -mais aus houwan und meizan, wenige -sang Namen auf sengen ‘verbrennen’ (z.B. Asang/Oberpfalz)7.

II. Rheinische RODE-Namen: Formvarianten und ihre Geographie

Interessanter und auf unseren Raum führend sind die Formen und die geographische Verteilung des Haupttypus unter den Rodungs-Namen, nämlich die eigentlichen RODE-Ortsnamen mit ihren Varianten. Dazu muß ich kurz die oben angedeutete Materialgrundlage oder Ausgangsdatei vorstellen, die mir freundlicherweise Hanswilhelm Haefs (Atzerath, Belgien) zur Verfügung gestellt hat. Er hat in Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter der Deutschen Post ein computerlesbares ca. 120.000 Namen umfassendes, rückläufiges Verzeichnis der

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gegenwärtig über eine Postleitzahl (PLZ) identifizierbaren gesamtdeutschen Ortsnamen erstellt. Im Vergleich mit den ca. 110.000 Einträgen der letzten, bundesrepublikanischen Ausgabe von Müllers Großem Deutschem Ortsbuch (1980) ist dies sicher eine beachtlich große Zahl. Ein neuer Förstemann fehlt ja leider noch immer, ausgenommen für die Niederlande (Künzel/Blok/Verhoeff 1988)! Als wichtiges Hilfsmittel für die Namenkunde hat Haefs eine zweite rückläufige Anordnung nach Grundworttypen und -varianten als Zweitelement vorgenommen, die der Computer allerdings nicht immer korrekt zuordnen kann (z.B. Frath zu den -rath-Namen, Breit zu den -reit-Namen). Nach diesem Verfahren sind auch die RODE-Varianten einmal in rückläufiger Alphabetisierung, aber noch zusätzlich - das scheint mir besonders verdienstvoll - nach den Postleitzahlbezirken aufgelistet, so daß eine erste hilfreiche geographische Übersicht ermöglicht wird. (Vgl. dazu die Abb. 1 mit der Karte der berücksichtigten rheinischen PLZ-Bezirke). Aus diesen PLZ-Verzeichnissen ließ sich zunächst die folgende Variantenverteilung der rezenten rode-Siedlungsnamen in Deutschland nach ihren Vokalgraphien zusammenstellen:

 

RODE-Siedlungsnamen in Deutschland

-rath: 254, davon 5 Simplizia
-rade: 132, davon 7 Simplizia
-roth: 196, davon 26 Simplizia
-rod: 102
-rode: 368
-rott: 46, davon 14 Simplizia
-roda: 119, davon 9 Simplizia
-roith: 16
-reit: 219, davon 46 Simplizia8
-reith: 83, davon 32 Simplizia
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-reuth: 556, davon 32 Simplizia9
-reut: 200, davon 18 Simplizia
-ried: 664, davon 88 Simplizia10
-riede: 25
-rieth: 55, davon 4 Simplizia
-riet: 8

Die Häufigkeitsverteilung zeigt ein ziemlich gleichgewichtiges Nebeneinander der -reut(h)-Bildungen (756 Namen), denen sicher noch die 16 -roith-Bildungen zuzurechnen sind11, und derjenigen auf -ried/-rieth/-riet/-riede (752 Namen), letztere allerdings durchsetzt von mit Ried ‘Schilf-, Sumpfgras’ zusammenzubringenden Namen. Geringfügig höher ist die Anzahl der o-haltigen Bildungen -roth/-rod/-rode/-rott/-roda mit 831 Namen. Erheblich geringer belegt ist die Variante -rath/-rade mit 386 Vertretern. Eine identifizierende Überprüfung aller dieser Namen habe ich nicht unternommen. Mit diesen insgesamt ca. 3.000 Siedlungsnamen (also ohne die Flurnamen!) mit RODE als Namenbildungselement wird, selbst wenn man 10-15% Fehlzuweisungen abzieht, eine bei Bach (1954, § 616) erwähnte Zählung von ca. 560 RODE-Namen auf jeden Fall erheblich erweitert. Dies gilt auch für die von Gallée in den Nomina Geographica Neerlandica II bereits im Jahr 1892 geschätzten 650 RODE-Namen in ‘germaanstalig Europa’ insgesamt. Tummers (1967) hat die von Habets (1892) aufgelisteten 40 niederländisch-limburgischen Belege unter ca. 100 in den ganzen Niederlanden ebenfalls auf 70 erweitern können, wenn auch mit einigen Flurnamen darunter. Bosmans (1970, 105-109) zählt zwar insgesamt 311 Namen für Belgisch-Limburg, allerdings mit Einschluß aller Flurnamen und aller weiteren mehrteiligen Namenbildungen, z.B. allein 12 zu Herkenrode gebildete Flurnamen wie Herkenrode bos etc.! Sehr zahlreich sind bei ihm außerdem die Toponyme mit RODE als Erstelement, und 29 Namen bleiben in der Zuweisung zu RODE fraglich (vgl. die Liste 2 im Anhang).

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Die rezente räumliche Verteilung der RODE-Varianten in Deutschland ist in groben Zügen bekannt, mit den Postleitzahlen aber genauer auszumachen, auch was die rheinische Situation betrifft. Die 254 -rath-Namen z.B. liegen bis auf 9 Orte alle im rheinischen Raum zwischen Düsseldorf (PLZ 40) und Trier (PLZ 54), sprachräumlich also im Mittelfränkischen und Südniederfränkischen, die -rade-Formen im Nordniederdeutschen (PLZ 23 Lübeck und 24 Kiel/Flensburg), wenige wie Sterkrade (Stadtteil von Oberhausen) im südwestfälisch-bergischen Gebiet. Geht man wie Dittmaier für das rechtsrheinische Bergische Land (1956, S. 64-74) noch unter die Ebene der durch Postleitzahlen erfaßten Orte (z.B. Bauerschaften, Hofsiedlungen, Wüstungen etc.), kommen leicht noch eine Reihe von -rath- Namen hinzu, nämlich insgesamt über 100, -rade wiederum so gut wie nicht. Wichtig ist und gleich hier einzufügen, daß diese durchaus ins Auge fallende gegenwärtige Verteilung keineswegs eine Abbildung historisch-schreibsprachlicher Zustände nachzeichnet: Dittmaier weist in seiner vorzüglichen Darstelung der bergischen Siedlungsnamengeschichte (1956) akribisch die historische Variabilität des RODE-Namentypus in Graphie und Lautung nach. Für die Fragestellung, wann und warum die modernen Namensformen ‘festgeschrieben’ wurden, dürfte aber in der PLZ-Liste Ausgangsmaterial vorliegen, das erfolgversprechend etwa mit den Gemeindeverzeichnissen des 19. Jhs. und älteren Quellen verglichen werden kann. Bekannt ist weiterhin, daß die zahlreichen -ried-Namen fast vollständig in das Bayrische vom oberschwäbischen Rand bis in die Oberpfalz gehören, die -rieth-Namen wiederum fast nur ins Oberfränkische (PLZ 92 Amberg). Das Problem der lexikalischen Zuweisung der Einzelnamen zu riuti ‘Rodung’ gegenüber riot ‘Schilfgras, Sumpfgras’ kommt bei dieser Variante hinzu. Klare räumliche Zuordnungen weisen auch die -roda-Namen auf; sie gehören nach Thüringen und Sachsen, v.a in den PLZ-Bezirk 99 Erfurt mit allein 37 Namen. Die 25 -riede-Formen konzentrieren sich auf das westliche Niedersachsen, während der nordhessische (PLZ 34 Kassel, 36 Fulda) und der ostfälische Raum (PLZ 37 Göttingen, 38 Braunschweig) den größten Anteil der insgesamt 368 -rode-Formen aufweisen.

 

Aber auch für das rheinisch-limburgische Grenzgebiet fallen in synchronischer Perspektive einige spezifische Raumbildungen auf. Berücksichtigt sind die im wesentlichen linksrheinischen PLZ-Bezirke 47 Duisburg, 41 Mönchengladbach, 40 Düsseldorf, 50 Köln, 52 Aachen, 53 Bonn (mit größeren rechtsrheinischen Teilen an der unteren Sieg), 54 Trier (s. Abb. 1 mit der PLZ-Karte). Unter den rod-Bildungen ist das Kloster Himmerod (aus dem

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Vortragstitel) nördlich von Wittlich (54), und im übrigen bis in die jüngste Vergangenheit auch Himmerode genannt12, am weitesten westlich gelegen, während diese Variante sonst im moselfränkisch-hessischen Übergangsgebiet (56 Koblenz, 57 Siegen) und in Hessen insgesamt verbreitet ist. Bei den 196 -roth-Namen fällt auf, daß sie zwar gehäuft im Mittel-fränkischen auftreten, aber nicht in seinem nordwestlichen Teil (41 Mönchengladbach, 52 Aachen), sondern im Bergischen Land einschließlich seiner Anteile an den Köln-Bonner PLZ-Bezirken 50 und 5313, in der Südeifel, zunehmend im Hunsrück und im Westerwald bis an den unteren Main, also den PLZ-Bezirken 51 bis 57. Namen auf -rode sind im linksrheinischen Untersuchungsgebiet so gut wie unbekannt (Merode 52379, Welterode 53783, Metzigerode 53940).

 

Insgesamt entsteht somit der Eindruck, daß man den Bestand der gegenwärtigen, ‘offiziellen’ RODE-Namen im rheinisch-limburgischen Raum hinsichtlich des Stammvokalismus in ein nördliches und nordwestliches Gebiet mit einer ‘reinen’ -a-Variante, die bis an die Mittelmosel reicht, und ein südliches und südöstliches Gebiet mit einer -o-Variante gliedern kann. Dies hatte schon Gallée (1892, S. 44) gesehen. Tummers (1967, S. 67) bestätigt, daß in Niederländisch-Limburg die -root und -rooi-Bildungen gering an Zahl sind und oft erst in jüngeren Flurnamen auftauchen. Der südliche und westliche belgisch-limburgische Raum hat dagegen die -o-haltigen Formen so gut wie vollständig bewahrt, wie Bosmans (1970, besonders S. 135ff.) nachweist. Die junge schriftsprachliche ‘Geographie’ wird aber sofort von der älteren belegbaren Schreibsprachgeschichte der Einzelnamen widerlegt: Kerkrade, Kloosterrade oder Hülchrath und Benrath weisen in den ältesten Belegformen fast ausschließlich das urprüngliche -o- auf. Auch die Mundarten unseres Raumes haben, wie das Rheinische Wörterbuch (Bd. VI, Sp. 476-478) für die appellative Verwendung von roden und Rod eindeutig nachweist, nur unterschiedlich offenes, kurzes oder langes /o, o:/ bis zu diphthongischem /oe, oa/, jedenfalls kein /a/! Nach dem Zeugnis der Mundart in Kerkrade, wie es z.B. in der Kerkrade-Nummer von ‘Veldeke’ (1962) mehrfach bestätigt wird, gilt wohl ein fallender Diphthong /oa/, so auch nach dem Kirchröadsjer Dieksiejoneer (1987, S.

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15). Auch für die rode-Namen in der wallonischen Provinz Lüttich muß ein mundartliches /o/, kurz in rot, lang und offen in ro: mit t-Ausfall, angesetzt werden (Boileau 1971, S. 130 ff.). Der Offenheitsgrad von gesenktem dialektalem /o/ mag vielleicht die <a>-Schreibungen gestützt haben. Schreibgeschichtlich zeigen sich seit dem frühen 14. Jh. in niederfränkischen Urkunden (Tille 1925, S. 50f.) wie literarischen Quellen (Holmberg 1925, S. 43f.) zahlreicher werdende <a>-Schreibungen für gedehntes /o:/ in offener Silbe, (van Loey II, § 76), im 15. Jh. auch im Niederdeutschen, besonders im Nordniedersächsischen, nicht im Ostfälischen, das bis heute die -rode-Variante in den Namen aufweist (Lasch § 88f.). Zudem erscheint im Maasländisch-Limburgischen seit dem 13. Jh. nicht selten <o> für langes /a:/, strote ‘straat/Straße.’ (van Loey II, § 41). Die <a>-Schreibung könnte sich von diesem kanzleisprachlichen Usus her auch in Teilräumen des westlichen Mittelfränkischen durchgesetzt haben. Johannes Franck (1971, § 22, Anm. 2) hatte das <a> in den nordwestlichen RODE-Ortsnamen für hyperkorrekt erklärt: ‘Das a verdankt seine Entstehung wahrscheinlich nur falscher Verschriftdeutschung’, so auch nachfolgend Wilhelm Kaspers (1949, S. 88) und Adolf Bach (1954, § 615).

 

Bei dem keineswegs vollendeten, aber doch ziemlich intensiv an einigen Quellen-Editionen und historischen Ortslexika durchgeführten Versuch, die mehr als 320 linksrheinischen RODE-Namen aus den oben genannten PLZ-Bezirken samt gelegentlichen Ergänzungen aus der Ortsliteratur mit Belegen zu ‘historisieren’, waren alte Belegformen mit <a>-Graphien eine Rarität, erst vom 14. Jh. an finden sich gelegentliche raide, raedt o.ä. Wenige frühe Vorläufer sind schnell aufgezählt. Klüsserath (PLZ-Bezirk 54) mit dem ältesten Beleg Cluserado 748 (so Jungandreas 1963, S. 219) scheint kein urprünglicher RODE-Name zu sein. Ein unklarer Personenname, Bertholf de Honrat anno 1183, wird für Honerath (53) oder Horath (54) reklamiert (Jungandreas 1963). Dann erscheint 1277 für Braunsrath (52) und die Wüstung Räthchen (52) Brunsraide bzw. Ratkin (Gillessen 1993, S. 276 und S. 363), sowie für Ückerath (41) die Form Ockerade zum Jahr 1294, allerdings in einer Abschrift des 18. Jhs. (Lorenz Nr. 78). Daneben bleibt <o> in verschiedenen graphischen Varianten, v.a. mit dem Längenkennzeichen des sog. graphischen <i/y, e>, z.B. Brunsroide anno 1410, noch lange vorherrschend bzw. bestehen. Erst vom späten 15. Jh. an wird <a> mit den Varianten <ai, ay, ae> häufiger. Man vergleiche die PLZ-Liste im Anhang. Eine Überprüfung an den Originalen der Quelleneditionen war mir nicht möglich. Die spätmittelalterliche und frühneu-

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zeitliche Periode ist offensichtlich auch bei diesem Namentypus eine Zeit größter Variation im graphemischen Bereich, wie beispielhaft an der Edition der Weistümer des kurkölnischen Amtes Hülchrath durch den Gründer des Bonner Instituts für geschichtliche Landeskunde, Hermann Aubin (1913), für den Namen des Ortes nachzuweisen ist, und zwar nicht nur für das Grundwort RODE allein:

<o>-Graphien, chronologisch <a>-Graphien, chronologisch
Hilkerode (1206; 1248 ff.: sehr häufig)  
Heldekerode (1231)  
Hiltgerode (1244; 1322)  
Hylkerode (1247)  
Holkerode (1251)  
Hilkenrode (1262; 1285)  
Hilkenroyde (1298)  
Hilkeroyde (1311/1314; nach 1323) Hilkerad (1304)
Hilcginrode (1313) Hülchrath (1343 ff.: häufiger)
Helkerode (1317 ff. und noch 1383) Hulckraidt (1539)
Hylkeroyde (1317) Holcherratt (1568)
Hilgerode (1319) Houlcheradt (1568)
Hilkeroide (1369; 1404; 1408) Houlcherratt (1568)
Hylkeroide (1369) Hulchrath (1578; 1613; 1619; 1709)
Hylkeroyd (1369) Hulckenraedt (1578)
Hilkerroidt (1422) Hulchrade (1581)
Hillkenrode (1443; 1543) Hulchradt (1590; 1604; 1607; 17. Jh.)
Hulchgeroidt (1515) Hulcheradt (1608)
Hulcherodt (1518; 1607) Hulckradt (1613)
Hülcherodt (1518; 1609) Höllichradt (1616)
Hulicherodt (1518) Hülchradt (1699)
Hulckhenrodt (1518) Hulcherath (1724)
Hulchenrodt(1563)  
Hulchrodt(1609)  
Hulcherode (1611)  
Hullingroedt (1615)  
Hullingroett(1615)  

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Die erste <a>-Schreibung für Hülchrath (PLZ 41516 zu Grevenbroich) findet sich zwar bereits 1304, danach bleibt aber <o>, das im 13. Jh. allein gegolten hatte (ab 1206: Hilkerode), mit graphischen Varianten noch lange vorherrschend. Für den Raum Kerkrade sind in der Latenrolle von Ehrenstein von 1396 nebeneinander Schreibungen wie in den lande van Rade, Kirchraede, aber auch Roitsche moisse, also Rodenser Maße, und Hainrode überliefert (Negri 1935). Noch in einer Urkunde von 1764 (Lehenserneuerung) heißt es nur Cloosterrode, in einer von 1609 dagegen nur Clo(i)sterraidt (Hermesdorf 1940, S. 71 u.S. 73; s. auch Tummers 1967, S. 57). Der kanzleisprachliche <o/a>-Wechsel hat also Dauer im rheinisch-limburgischen Raum. Nur im Südlimburgischen hat <a> keine auch nur zeitweilige Rolle gespielt, das zeigen die älteren Belegformen bis zu den modernen für Belgisch-limburg bei Bosmans (1970); man vergleiche die reduzierte Liste im Anhang.

III. Wortbildungstypen der RODE-Namen

Nur mit dem Versuch, die große PLZ-Liste der RODE-Siedlungsnamen am linken Niederrhein mit historischen Belegketten für die einzelnen Namen zu unterfüttern, hat man die Chance, den unterschiedlichen Wortbildungstypen dieser Namen auf die Spur zu kommen: Die vielfach abgeschliffenen oder auch (selten) erweiterten modernen Namensformen lassen dies nicht immer auf den ersten Blick zu. Für die beiden Limburg haben diesen Prozess Tummers (1967, S. 69ff.) und Bosmans (1970, S. 145ff.) rekonstruiert und die Bildungstypen analysiert. Im wesentlichen können drei Bildungstypen unterschieden werden: Einmal Simplizia (= S) wie in Rode oder Rott oder Rath, vielfach im Rheinland wie in Limburg, auch in Flurnamen. Unter den Siedlungsnamen der PLZ-Liste sind es 21 Namen, wenn man ihre alten Überlieferungsformen heranzieht. Ableitungen finden sich seltener, z.B. Diminutiva wie Röttgen (53) oder Roetgen (52), insgesamt 9 Namen. Zum zweiten Typus der Derivationen gehören auch die Kollektivableitungen, z.B. Gierath (41), das 1129 als Gerothe erscheint; weiter gehören dazu Süggerath (52) und Söntgerath (53), die aber zugleich auch Komposita sind. Der im Thüringischen häufige und altbezeugte (z.B. Wernigerode, s. Boegehold 1937), aber auch im Bergischen auftretende Typus der -ingrode-Bildung (s. Dittmaier 1956, S. 69f.) ist in meinem Material nur für Metzigerode (53) und vielleicht Wolvenkrath (52) und Lückerath (53) anzusetzen, also nur in Komposita.

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Das Gros der linksrheinischen wie limburgischen RODE-Namen macht dann der dritte Typus aus, die Komposita mit RODE als Grundwort bzw. Zweitelement. Es ergeben sich zwei Untergruppen. In der ersten ist das Bestimmungswort ein Personnenname (= P), wie in Himmerod (54): Haymenrode 1139 ‘Haimo’14 oder Ruppichteroth (53): Ruoprechtrothe 1131 ‘Ruoprecht’ oder Amstenrade (NL): Anstenroden 1274, ‘Ansto’. Die zweite Gruppe bilden solche Namen, bei denen Appellative (Substantive, Adjektive) das Bestimmungswort (= A) bilden wie bei Kerkrade: Kirchrode 1241 (Cloosterrode wird erst ab 1683 bezeugt), oder Prosterath (54): Průbesderuoth 1023 zu ‘Probst’. Der niederländisch-limburgische Bestand von 70 Namen enthält nach der sorgfältigen Zusammenstellung von Tummers (1967) 17 Simplicia, zumeist ‘veldnamen’, der Rest ist etwa hälftig den beiden Kompositagruppen zuzuweisen. In Belgisch-Limburg finden sich nach Bosmans (1970, S. 145ff. ohne genauere Zählung!) die Personnenamen-Komposita offenbar weniger häufig, wobei die große Zahl der oft jungen Flurnamen in seinem Material zu bedenken ist. Hier erscheint RODE auch häufig als Bestimmungswort bzw. Erstelement, das nur mit appellativischen Substantiven komponiert wird.

 

Für das noch über den Bestand aus der PLZ-Liste erweiterte Inventar der im wesentlichen linksrheinischen mehr als 320 RODE-Namen kann ich eine mit Einschränkungen gesicherte Relation der zugrundeliegenden Bildungstypen angeben: Die identifizierende Absicherung so vieler Namen durch urkundliche und andere historische Belege ist mühsam und nicht abgeschlossen. Allerdings habe ich den Versuch gemacht, die wichtigsten Urkundenbücher und weitere orts- und namengeschichtliche Literatur für den Niederrhein zu sichten. Dabei sind 67 Siedlungsnamen ohne ältere Belege geblieben, also ca. 20% des Gesamtbestandes. Die Flurnamen fehlen dort in der Regel, und ich habe sie nicht sytematisch ermitteln können, sie fehlen also auch in der Aufstellung im Anhang. Es gibt weiterhin die Gruppe der Namen auf -ert aus -rod, die gerade im Bergischen und im Moselland nicht selten ist; aus dieser Gruppe sind nur die durch Dittmaier (1956) oder Jungandreas (1963) gesicherten Namen aufgenommen worden. Auch die Erscheinung des Namenwechsels kann hineinspielen: Overath (PLZ 51941, außerhalb des Arbeitsgebietes) z.B. heißt ursprünglich 1046 Achera, also ein Gewässername im Siedlungsnamen, Berrenrath (50) heißt ursprünglich 922 Barineriche, dann ab

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1202 Berinergerode: Ob hier tatsächlich eine Neusiedlung auf Rodeland stattgefunden hat, könnte nur siedlungsgeschichtlich-archäologisch geklärt werden. Vergleichbar ist Bouderath (53), das erst ab 1461 Büdenroth das neue Grundwort übernimmt, vorher ab 1020 Butenhart stets -hart als Grundwort aufweist. Naurath (54) zeigt langes Schwanken zwischen -weiler (ab 1220 Nuwilre) und erstmals 1561 Nauerth. Umgekehrt trägt Aegidienberg (zu Bad Honnef (53)) urprünglich den Namen Honnefrath in der Form Hunftrode 1343.

 

In einem vorsichtigen Zuweisungsversuch habe ich bisher etwa 260 Namen durch ältere Belege sichern können. Sie sind in der erweiterten PLZ-Liste der rheinischen RODE-Namen (s. Anhang) in die beschriebenen Wortbildungstypen eingeordnet. Die Personennamen-Komposita wurden dabei mit P, die Appellativ-Komposita mit A gekennzeichnet, wenn dies genügend gesichert erschien, v.a. durch die Arbeit von Dittmaier (1956) und die Erwähnung bei Förstemann (1900); Fragliches ist als solches durch? markiert. Es bleiben damit auch Lücken und Fragezeichen in dieser Zuordnung der Komposita. Unter Einschluß der fraglichen Zuordnungen ergab sich ein Bestand von 88 Appellativ-Komposita, und mit 174 beinahe die doppelte Anzahl an Personennamen-Komposita. Daß diese Verhältnisse nicht mit den eben erwähnten Ergebnissen von Tummers (1967) wie auch Bosmans (1970) zu parallelisieren sind, dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, daß der Liste für das Rheinland allein die Siedlungsnamen zugrundeliegen und die Flurnamen fehlen. Durchaus ähnlich ist aber, daß mehr als zwei Drittel der limburgischen wie der rheinischen RODE-Namen Komposita sind.

 

Ein Blick auf die Verhältnisse im Bergischen Land führt zu einem ganz ähnlichen Befund wie bei der PLZ-Liste des überwiegend linksrheinischen Gebietes. Allerdings schlägt Dittmaier (1956) seine 17 Simplizia und 13 Diminutiva den ohne Personennamen gebildeten RODE-Namen zu, die dann 96 Siedlungsnamen ausmachen. Die 10 Kollektivbildungen, meist mit Personennamen gebildet wie Hodgeroth (53809, ‘Hodo’), sowie die 10 ingrode-Bildungen wie Ellingrath (bei Velbert, ‘Aldo’ oder ‘Ali’) werden von ihm getrennt behandelt. Mit Personennamen sind dann insgesamt 128 bergische RODE-Siedlungsnamen gebildet. Auf dem Hintergrund dieser drei regionalen Befunde zur Wortbildung der RODE-Namen - Tummers/Bosmans, PLZ-Liste, Dittmaier - drängt sich zwangsläufig die Frage nach einer möglichen Altersschichtung der beiden Kompositionstypen und der Simplizia auf.

[p. 14]

IV. Historische Situierung

Mit Paul Derks (1985, S. 113) darf man sicher generalisierend sagen, daß -RODE ‘als ON-GW [Ortsnamen-Grundwort, d.Verf.] geradezu ein Leitfossil der Rodungszeit geworden [ist], obwohl es, da lange produktiv, keine genauere Zeitbestimmung zuläßt.’ Aus der bisherigen Forschung ist aber der chronologische Rahmen durchaus bekannt, nämlich eine erste, schmale Überlieferung im 9.-10. Jh., der eine sehr dichte Bezeugung von rode-Namen in den nächsten Jahrhunderten folgt, die man dem starken Bevölkerungswachstum und Landesausbau des hohen Mittelalters zuschreibt. Im Lexicon van nederlandse toponiemen tot 1200 (Künzel/Blok/Verhoeff 1988), dem niederländischen neuen ‘Förstemann’, finden sich entsprechend nur wenige, nämlich 16 alte rode-Namen unter den ca. 2000 Toponymen15. Der älteste Beleg stammt aus dem Prümer Urbar, 893 angelegt, zwar nur in der Abschrift des Abtes Caesarius von 1222 erhalten, aber wohl aus dem Liber vetus stammend, nämlich in Rohteheym für Rossum (Gelderland). Es folgen zwei Belege aus dem Werdener Urbar, Handschrift spätes 10. Jh., für Rossum (Overijssel) und Scholtenfleer (Haus bei Losser, Overijssel): in Rohthem bzw. in Fletharrothe, sowie für Ra (Gelderland) Rathe in einem Diplom von 996, das aber erst 1480 kopial erhalten ist (daher vielleicht das -a-?). RODE erscheint also zweimal als Bestimmungswort mit ‘klassisch’-fränkischem -heim, einmal als Grundwort mit einem Personennamen und einmal als Simplex. Die Frühbelege der anderen niederländischen RODE-Namen gehören dem 12. Jh. an wie Rode für das Territorium, das Monasterium wie den Kirchort (ab 1108, s. oben) im Limburgischen. Allein schon von dieser schmalen Basis aus dürfte augenscheinlich werden, daß man eine spezifische Altersschichtung nach den Wortbildungstypen wohl nicht wird nachweisen können. Von Beginn der Überlieferung an stehen offenbar Simplizia, Personennamen- und Appellativ-Komposita mit -RODE als Erstoder v.a. Zweitelement als Bildungsmuster bereit und werden das ganze Mittelalter hindurch produktiv genutzt zur Benennung von durch Rodung entstehenden Siedlungsplätzen. In Belgisch-Limburg stammen die drei ältesten Belege zwar erst aus dem 11. Jh. (Arnulphus de Rode alias Rone 1096 zu Oostham, Roda 1078 zu Gruitrode, Rotheim, Roethem 1096 zu Rotem), aus dem 12. Jh. auch nur zwei, aus dem 13. Jh. dann 13 Erstbelege (Bosmans 1970,

[p. 15]

S. 110ff.). Aber die Namenbildung folgt offenbar denselben Mustern wie überall. Dieses Nebeneinander der Wortbildungstypen von Beginn an läßt sich nämlich für den rheinischen Raum anhand der erweiterten PLZ-Liste durchaus bestätigen (s. die nachfolgende Übersicht).

Übersicht zu den ältestbelegten rheinischen RODE-Namen

9. Jahrhundert      
P Ellwerath (?) 846 (54)
S Roder/Rodert 893 (53)
10. Jahrhundert      
A Neurath 904 (40)
P Welcherath 931-56 (54)
P Lehnerath 943 (54)
P Blickardaroth 948 (53)
P Hubbelrath 950 (40)
P Rickelrath 966 (41)
A Heddert 980 (54)
P Utzerath 980 (54)
P Greimerath 981 (54)
11. Jahrhundert      
A Prosterath 1023 (54)
P Benrather Hof 1036 (54)
P Rupperath 1054 (53)
P Demerath 1059 (54)
A Münchrath 1066-81 (41)
P Wickrath 1068 (41)
P Hetzerath 1068 (54)
S Rath 1072 (40)
P Randerath 1094 (52)
P Weiperath 1098 (54)
P Gipperath 1098 (54)
P Richrath E.11.Jh. (40)
P Otzenrath 11.Jh. (41)

Wie für Rossum in Geldern findet sich einer der ältesten Belege im Prümer Urbar, und zwar auch im alten Bestand von 893, in der Namensform Rodenre (Rodere im Kommentar des Caesarius von 1222, Rondenre im Inhaltsverzeichnis), wohl eine Simplex-Bildung (Plural zu rod?). Zu beziehen ist er entweder auf Rodert bei Münstereifel (53) oder auf Roder bei Kall

[p. 16]

(53). Das noch älter, allerdings nur in jüngeren Abschriften bezeugte Klüsserath an der Mosel kann nach seinen frühen Belegformen (Cluserado 74816, Clutzarada 775 kop. 1183-95, Clurirato 832-38 kop. um 1222, Cluzirado 844 kop. um 1103, Cluzerte 1193, im Prümer Urbar Cluterche, s. Gysseling 1960, S. 566) wohl nicht den ursprünglichen RODE-Namen zugerechnet werden, Zweifel hatte schon Adolf Bach (1954, § 615) angemeldet. Die weiteren RODE-Namen im Prümer Urbar gehören sämtlich dem zeitgenössischen Kommentar des Caesarius an, also in das Jahr 1222. Es handelt sich um Elcelrot für Hetzerath (54), Elychenroht für Elcherath (54), unbekanntes Ettelroide (54), Hemminrode für unser Himmerod (54), Randenrode für Randerath (52), alle wohl mit Personennamen als Bestimmungswort gebildet, dazu Rodenkirgen - das kompositorische Gegenstück zu Kerkrade - für Kloster Rodenkirchen (50997 Rondorf) und Rodenaccere für Rodenmacher bei Thionville, beide Appellativ-Komposita. Ältester rheinischer Beleg (nach innerer Datierung) wäre dann Ekkileiuesroth 846, kop. um 920 für (wohl) Ellwerath bei Prüm (54), die Rodung bzw. der Siedelplatz eines Aggilaiw (Gysseling 1960, S. 312), nach Jungandreas (1962, S. 336) aber nicht auf Ellwerath zu beziehen; Gysseling äußert ebenfalls Zweifel an der Identifizierung. Bach (1954, § 616) stellt den Beleg zu Elcherath (54). Es folgen im 10. Jh. die Namenbelege für Neurath (40): Niuuuenrothe 904, für Welcherath (53), nebeneinander ad UUerichonis sartem mit dem romanischen -sart als rode-Wort wie in Wallonien (vgl. Boileau 1971) und UUerikenroth 931-956, ähnlich auch Udmodsard 980 für Utzerath (54), das dann 1518 als Otzenrode bezeugt ist. Mit ihren ältesten Belegen in das 10. Jh. gehören: Lehnerath (54, Lienroth, Lyemrode, Lienrotha, Lienrode 943, kopial um 1103), Hubbelrath (40, Hupoldesroth 950), Rickelrath (41, Ricolferod 966 kop. um 1191), Heddert (54, Hederichsrode 980), Greimerath (54, Grimolderode 981, kop. 1215). Nach Dittmaier kommt für das Bergische Land noch eine Wüstung Blickardaroth (53) hinzu, zum Jahr 948 überliefert. Die für den Auftraggeber/Grundherrn der Rodungsstelle oder den (späteren?) Rodungssiedler stehenden Personennamen überwiegen zwar wiederum in den Komposita der PLZ-Liste, der älteste Name im 10. Jh. ist jedoch Neurath (40) mit einem appellativischen Adjektiv. Das Ackerunkraut ‘Hederich’ erscheint als Appellativ im Frühbeleg für Heddert (54). Aus dem 11.Jh. stammen 13 Erstbelege von RODE-Siedlungsnamen in der PLZ-Liste. In dieses Jahrhundert gehört auch der älteste bergische -ingrode-Name: Wallmichrath bei Velbert heißt 1050 Walbrehtincrode

[p. 17]

(Dittmaier 1956, S. 70). Im 12. Jh. sind dann schon in der ganz überwiegend linksrheinisch orientierten PLZ-Liste 53 Namen erstbelegt17. Das 13. Jh. bringt weitere 44 RODE-Namen neu hinzu, das 14. Jh. sogar nochmals 68 Erstbelege. Im 15. Jh. kommen noch 18 Erstbelege für die linksrheinischen Orte der PLZ-Liste hinzu, 17 dann im 16. Jh. Damit bleibt RODE als Namenwort zur Bezeichnung von Siedlungen im Rheinland vom 10. bis zum 16. Jahrhundert produktiv, seine ‘Blütezeit’ liegt offenbar im 12. bis 14. Jahrhundert.

 

Was sich damit trotz aller Einschränkungen insgesamt abzeichnet, ist die Bestätigung der bekannten und anfangs erwähnten communis opinio der Forschung, daß die RODE-Namen nicht in die fränkische Landnahmezeit und kaum in das frühe Mittelalter zurückreichen, sondern in der Tat eine sehr breite Fundierung vom 11. bis zum 15. Jh. haben, und zwar über alle Wortbildungstypen verteilt mit allerdings starken Anteilen der Komposita mit einem Personennamen. Das bestätigt auch ein kurzer Blick auf die RODE-Namen bei Gysseling, in denen das Lexem als Simplex oder im Erstelement (als Bestimmungswort) erscheint. Der Konzentration der RODE-Siedlungsnamen im Hoch- und Spätmittelalter liegt, wie es die wirtschaftsgeschichtliche Forschung bestätigt, ein großer, intensiver Landesausbau zu Grunde. Zwischen Rodungs- und Besiedlungstätigkeit und der schriftlichen Dokumentation des Siedlungsnamens dürfte wohl nicht - wie für andere Typen von Siedlungsnamen gelegentlich angeführt (s. Baumgartner 1965, S. 68f.) - eine Zeitspanne im Jahrhundertausmaß liegen, auch wenn der Vorgang von Rodung und Besiedlung sicher sehr zeitaufwendig war im Mittelalter. Im Hintergrund spielt auch das generell erheblich zunehmende Ausmaß an Schriftlichkeit im Bereich von Herrschaft und Verwaltung im Spätmittelalter eine förderliche Rolle für die starke und relativ ‘zeitgenössische’ Dokumentation gerade der RODE-Namen.

 

Andererseits - und damit will ich schließen - läßt sich unter den zahlreichen RODE-Flurnamen, die man in jeder namenkundlichen Ortsmonographie auffinden kann, nicht selten ein Wüstungsname finden, der auf eine ältere, nur zeitweilig bestandene Siedlung verweist. Die Darstellung von Leo Gillessen für den Heinsberger Raum (Gillessen 1993) legt dafür ein klares Zeugnis ab: Neben vierhundert bestehenden Ortschaften lassen sich über einhundert Wüstungsnamen ausmachen, die auf ehemalige Siedlungen welcher Größenordnung auch

[p. 17a-17b]



illustratie

Abb.1: Karte der rheinischen PLZ-Bezirke


[p. 18]

immer verweisen, und einundzwanzig von diesen sind RODE-Namen. Hier muß die Ortsgeschichte und die inzwischen institutionalisierte Mittelalter-Archäologie zu Rate gezogen werden. Aus der großen Arbeit von Walter Janssen etwa, der (1975) die linksrheinischen Wüstungen zwischen Mosel und Eifelnordrand bearbeitet hat, lassen sich - trotz aller zu prüfenden Identifizierungs- und Zuordnungsprobleme - etwa 70 Wüstungen von ehemaligen oder zeitweiligen Siedlungsplätzen festhalten, die einen RODE-Namen tragen. Die größtenteils mitgelieferten historischen Namenbelege stammen aus dem 12. bis 19. Jahrhundert, aus dem 12. Jh. allein neun18!

 

Mit der vorgelegten Darstellung der RODE-Namen des niederrheinischen Grenzraums habe ich sicher keine neuen oder überraschenden namenkundlichen Forschungsergebnisse mitzuteilen vermocht. Es galt lediglich, wie zu Beginn angekündigt, einige durchaus geläufige Forschungsmuster anhand des weitgehend neuerschlossenen resp. neu zusammengestellten reichhaltigen Namenmaterials für unseren alten Siedlungsraum detailliert zu bestätigen. Das rheinische Nameninventar selbst wird im folgenden Anhang ausführlich dargeboten: Korrekturen und Ergänzungen werden dankbar entgegengenommen.

[p. 19]

Quellen und Literatur

Abel 1976
Wilhelm Abel, Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters, 3. Aufl. Stuttgart 1976.
Abel 1980
Wilhelm Abel, Deutsche Agrarwirtschaft im Hochmittelalter. In: Handbuch der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 2, hrsg. v. Jan A. van Houtte, Stuttgart 1980, S. 534-551.
Aubin 1913
Die Weistümer der Rheinprovinz. 2. Abt. Die Weistümer des Kurfürstentums Köln. 1. Bd. Amt Hülchrath, hrsg. v. Hermann Aubin (Publik. d. Ges. f. Rhein. Geschichtskunde XVIII), Bonn 1913.
Bach 1954
Adolf Bach, Deutsche Namenkunde II, Die deutschen Ortsnamen, Tl. 2, Heidelberg 1954 (Nachdr. 1981).
Baumgartner 1965
Helmut Baumgartner, Die Verbreitung der Rodungsnamen in Oberösterreich, Diss. masch. Wien 1965.
Boileau 1954
Armand Boileau, Enquête dialectale sur la toponymie germanique du nord-est de la province de Liège (Publ. du Centre Nat. de rech. dialectales de l'est de la Belgique. Fasc. 1), Liége 1954.
Boileau 1971
Armand Boileau, Toponymie dialectale germano-romane du nord-est de la province de Liège. Analyse lexicologique et grammaticale comparative (Bibl. de la Fac. de Philos. et lettres de l'Univ. de Liège Fasc. 188), Paris 1971.
Bosmans 1970
Pierre Bosmans, De rode-namen in Belgisch-Limburg. Onuitgegeven licentiaatsverhandeling. Leuven 1970.
Brasse, UB M.-Gladbach
Ernst Brasse, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, Tl. 1-2, Mönchengladbach 1914-1926.
Debus/Schmitz 1985
Debus, Friedhelm/Schmitz, Heinz- Günter: Überblick über Geschichte und Typen der deutschen Orts- und Landschaftsnamen. In: Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung, 2. Hbd., hrsg. v. Werner Besch u.a., Berlin, New York 1985, S. 2096-2129.
[p. 20]
Derks 1985
Paul Derks, Die Siedlungsnamen der Stadt Essen. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen (Beitr. z. Gesch. v. Stadt u. Stift Essen H. 100), Essen 1985.
Dittmaier 1956
Heinrich Dittmaier, Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes. Neustadt a.d. Aisch 1956 (zugleich: Zeitschr. d. Berg. Geschichtsver. Bd. 74).
Domsta, Weistümer Jülich
Rheinische Weistümer. 4. Abt. Die Weistümer des Herzogtums Jülich. 1. Bd. Die Weistümer der jülichschen Ämter Düren und Nörvenich und der Herrschaften Burgau und Gürzenich (mit ergänzenden Quellen), bearb. v. Hans J. DOmsta (Publ. d. Ges. f. Rhein. Geschichtskunde XVIII), Düsseldorf 1983.
Epperlein 1993
Siegfried Epperlein, Waldnutzung, Waldstreitigkeiten und Waldschutz in Deutschland im hohen Mittelalter, 2. Hälfte 11. Jahrhundert bis ausgehendes 14. Jahrhundert. (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte 109) Stuttgart 1993.
Flurnamenforschung 1931
Flurnamenforschung. M. Beiträgen v. Gerda Bernhard u.a. Hrsg. v. Adolf Bach. In: Rhein. Vierteljahrsbl. 1 (1931), S. 209-249.
Förstemann 1900
Ernst Förstemann, Altdeutsches Namenbuch. I. Personennamen, 2. Aufl. Bonn 1900 (Nachdr. 1966).
Franck 1971
Johannes Franck, Altfränkische Grammatik, 2. Aufl. v. R. Schützeichel, Göttingen 1971.
Franz 1967
Quellen zur Geschichte des deutschen Bauernstandes im Mittelalter, ges. u. hrsg. v. Günther Franz (Ausgew. Quellen z. Gesch. d. Mittelalters Bd. 31), Darmstadt 1967.
Gallée 1892
J.H. Gallée, Rode-Rade. In: Nomina Geographica Neerlandica 2 (1892), S.32-73.
Gillessen 1993
Leo Gillessen, Die Ortschaften des Kreises Heinsberg. Ihre Namen, Topographie und Geschichte, Heinsberg 1993.
Guthausen 1967
Karl Guthausen, Die Siedlungsnamen des Kreises Schleiden (Rhein. Archiv 63), Bonn 1967.
Gysseling 1960
Maurits Gysseling, Toponymisch Woordenboek van België, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk en West-Duitsland (vóór 1226), Bd. 1-2, Tongeren 1960.
[p. 21]
Habets 1892
Jos. Habets, Eenige Limburgsche plaatsnamen op Rode en Rade. In: Nomina Geographica Neerlandica 2 (1892), S.74-78.
Hermesdorf 1940
B.H.D. Hermesdorf, Leen- en laatrechten der abdij Kloosterrade. In: Public. de la Société hist. et arch. dans le Limbourg 76 (1940), S. 25-77.
Holmberg 1925
John Holmberg, Eine mittelniederfränkische Übertragung des Bestiaire d'Amour. Sprachlich untersucht u. mit altfranzösischem Paralelltext hrsg. (Uppsala Universitets Arsskrift 1952), Uppsala 1925.
Janssen 1975
Walter Janssen, Studien zur Wüstungsfrage im fränkischen Altsiedelland zwischen Rhein, Mosel und Eifelnordrand (Beihefte der Bonner Jahrbücher, Bd.35. Tl. I. Text. Tl. II. Katalog), Köln 1975.
Jungandreas 1962
Wolfgang Jungandreas, Historisches Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellandes, Trier 1962.
Kaspers 1949
Wilhelm Kaspers, Die Ortsnamen der Dürener Gegend in ihrer siedlungsgeschichtlichen Bedeutung (Beitr. z. Gesch. d. Dürener Landes 5), Düren 1949.
Kerkrade 1962
Kerkrade. In: Veldeke 36/37 (1962), Nr. 201 u. 202.
Kirchröadsjer Dieksiejoneer 1987
Kirchröadsjer Dieksiejoneer, hrsg. v. Stichting K.D., Kerkrade 1987.
Künzel/Blok/Verhoeff 1988
R.E. Künzel/D.P. Blok/J.M. Verhoeff, Lexicon van nederlandse toponiemen tot 1200. Amsterdam 1988.
Lacomblet UB Niederrhein
Theodor Josef Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Düsseldorf 1840-1858 (Nachdr. 1966).
Lasch 1914
Agathe Lasch, Mittelniederdeutsche Grammatik (Samml. kurzer Gramm. german. Dialekte A. Hauptr. Nr. 9), Tübingen 1914, 2. unveränd. Aufl. 1974.
Althochdeutsches Lesebuch
Althochdeutsches Lesebuch, 14. Aufl. bearb. v. E.A. Ebbinghaus, Tübingen 1965.
[p. 22]
Liber Valoris
Die Erzdiözese Köln um 1300. 1. Heft: Der Liber Valoris, hrsg. v. F.W. Oediger (Publik. d. Ges. f. Rhein. Geschichtskunde XII), Bonn 1967.
van Loey 1971
A. van Loey, Middelnederlandse spraakkunst II. Klankleer, 6. Aufl. Groningen 1971.
Lorenz
Walter Lorenz, Goar-Nievenheim-Straberg. Quellen zur Geschichte des Amtes Nievenheim, seiner Bewohner und Siedlungen, Tl.1-2, Köln 1973-1974.
Meyer 1933
Anton Meyer, Die Flurnamen der Gemarkungen Girbelsrath, Golzheim und Merzenich, Diss. Bonn, Düren 1933.
Mittelrheinisches UB
Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien Bd. 1-3, bearb. v. H. Beyer, L. Eltester, A. Goerz, Koblenz 1860-1875.
Mürkens, ON Euskirchen
Gerhard Mürkens, Die Ortsnamen des Kreises Euskirchen. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte des Kreises, Euskirchen 1958.
Mürkens, ON Jülich
Gerhard Mürkens, Die Ortsnamen des Kreises Jülich. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte des Kreises, Jülich 1958.
Mummenhoff Regesten Aachen
Regesten der Reichsstadt Aachen (einschließlich des Aachener Reiches und der Reichsabtei Burtscheid) 1251-1350, bearb. v. W. Mummenhoff, 2 Bde. (Publik. d. Ges. f. Rhein. Geschichtskunde 47), Köln, Bonn 1937-1961.
Negri 1936
Werner Freiherr von Negri, Die Laten von Ehrenstein im Jahre 1396. In: Zeitschr. d. Aach. Geschichtsvereins 56 (1935), S.190-199.
Neuß 1986
Elmar Neuß, Totaler Namenwechsel - partieller Namenwechsel - scheinbarer Namenwechsel und die Ausbildung von Gemeindenamen. In: Ortsnamenwechsel. Bamberger Symposion 1. bis 4. Oktober 1986, hrsg. v. R. Schützeichel (Beitr. z. Namenf. Beih. 24), Heidelberg 1986, S. 326-343.
Regesten EB Köln
Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, bearb. v. W. Kisky u.a. (Publik. d. Ges. f. Rhein. Geschichtskunde XXI), Bonn 1911ff.
[p. 23]
Rösener 1992
Werner Rösener, Agrarwirtschaft, Agrarverfassung und Gesellschaft im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte Bd. 13), München 1992.
Roukens 1941
Winand Roukens, Limburgische Toponymie. I: De -rode, -rade-namen. In: de Maasgouw 61 (1941), S. 85-87.
Schrijnemakers 1984
M.J.H.A. Schrijnemakers, Rode. De oudste nederzettingsgeschiedenis van het Land van Rode: Kerkrade, 's-Hertogenrade, Kloosterrade, Rolduc, Maastricht 1984.
Tille 1925
Edda Tille, Zur Sprache der Urkunden des Herzogtums Geldern (Rhein. Beitr. u. Hülfsbücher z. german. Philol. u. Volkskunde Bd. 7), Bonn/Leipzig 1925.
Tummers 1962
P.L.M. Tummers, Romaans in Limburgse aardrijkskundige namen (Studia Theodisca II), Assen 1962.
Tummers 1967
P.L.M. Tummers, De rode-namen in Nederlands Limburg. In: Mededelingen van de Vereniging voor Naamkunde te Leuven en de Commissie voor Naamkunde te Amsterdam 43 (1967), S. 46-74.
Verhulst 1980
Adriaan E. Verhulst, Die Niederlande im Hoch- und Spätmittelalter. In: Handbuch der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 2, hrsg. v. Jan A. van Houtte, Stuttgart 1980, S. 259-296.
Wilkes 1921
Karl Wilkes, Die Zisterzienserabtei Himmerode im 12. und 13. Jahrhundert (Beitr. z. Gesch. d. alten Mönchtums u.d. Benediktinerordens H. 12), Münster 1921.
Wisplinghoff UB Siegburg
Erich Wisplinghoff, Urkunden und Quellen zur Geschichte von Stadt und Abtei Siegburg, Bd. 1-2, Siegburg 1964-1985.
[p. 24]

Anhang: Liste 1

RODE-Siedlungsnamen im Rheinland nach der erweiterten PLZ-Liste (PLZ-Bezirke 40/41/47/50/52/53/54)

 

Die Anordnung der Liste folgt den PLZ-Bezirken von 40 bis 54, innerhalb jedes Bezirks dem Alphabet der modernen Ortsnamen. Es folgt jeweils die Angabe der zugehörigen Gemeinde, die 5-stellige PLZ, und anschließend nach Strichpunkt der bzw. die älteren Belege des Siedlungsnamens, ggf. die Herkunft der Belege nach der anschließenden Siglen-Liste. Bei Nichtbezeichnung der Herkunft älterer Belege vor 1226 ist Gysseling, Top. Woordenboek benutzt worden.

 

Abkürzungen/Siglen:

A Appellativ-Kompositum
P Personennamen-Kompositum
S Simplex

A. = Aubin, Hülchrath
Br. = Brasse, UB M.-Gladbach
Di. = Dittmaier, Berg. Land
Do. = Domsta, Weistümer Jülich
G. = Guthausen, Schleiden
J. = Jungandreas, Moselland
Lac. = Lacomblet, UB Niederrhein
Lo. = Lorenz, Gohr/Nievenheim/Straberg
LV = Liber valoris (Oediger)
M. = Meyer, Golzheim
MRU = Mittelrheinisches UB
Mü. = Mürkens, ON Euskirchen/Jülich
Mu. = Mummenhoff, Regesten Aachen I/II
REK = Regesten EB Köln
Wi. = Wisplinghoff, UB Siegburg
* = Wüstungen Heinsberg (bei Gillessen)
+ = Gillessen, Heinsberg (zusätzlich zur PLZ-Liste)
# = Ergänzungen verschiedener Herkunft

S/P Benrath, Düsseldorf 40597; de Rode 1199 (Di.); Benrode 1222; Benrodhe 1224
P #Bilkrath, Angermund 40489; Pelichrade 1332; Peillichrade 1407 (Di.)
A #Blumenrath, Dd. 40223; Blomenroit 1391; Blomentrade 1467 (Di.)
A #Breddert, Hilden 40723; Breyderoide 1404 (Di.)
P Erkrath 40699; Euerekrothe 1148; Euerkrothe 1148; Erkerode 1194; Erkerodhe 1221; Erckeroide um 1300 (LV)
P Garath, Dd. 40595; de Garderode 1271 (Di.)
P #Hapelrath, Langenfeld 40764; Habelrode, kop. 1446; Habelroide 1466 (Di.)
P Hubbelrath, Dd. 40223; Hupoldesroth 950

[p. 25]

P Immigrath, Langenfeld 40764; genannt 1676 (Di.)
A #Knipproth, 40789 Monheim; Cnipperoyde 1307; Knipperode 1311 (Di.)
A #Neurath, Langenfeld 40764; Niuuuenrothe 904
A Osterath, Meerbusch 40670; Ostrode 1298
S Rath, (Ober-/Unter-) Dd. 40472/40478; Rothe 1072; de Rode 1210 (Di.)
P ? Reusrath, Langenfeld 40764; Royssroit 1280 (Di.)
P Richrath, Langenfeld 40764; Ruchrothe Ende 11. Jh.; Ricrothe Mitte 12. Jh. (Di.)
P #Roylfroyde, Dd. 40625; genannt 1218/31; Rulfrode 1254 (Di.)

A Allrath, Grevenbroich 41515; Aldenroide/Alderoide um 1300 (LV); Aldenroide 1319 (Br.)
  *Alrot, Wassenberg 41849; genannt 1312/50
  Beckrath, Mönchengladbach 41189
P +Berverath, Erkelenz 41812; Bervelroide 1377, dgl. 1466, ab 1550 Bervenraid/Berveradt
P Bettrath, Mönchengl. 41066; Betherode bald nach 1116; Betterode Ende 12. Jh.;
Bettinrode 1315 (Br.)
A ? Bruckrath, Nettetal 41334
  Clörath, Viersen 41749; Klöhrradt 1642 (Br.)
P Delrath, Dormagen 41542; Marsilius und Amilius von Didenrode 1263; Dedelrade 1329; Dedelrode 1349 (Lo.)
P ? Dilkrath, Schwalmtal 41366
P +Eggerath, Erkelenz 41812; Eckenrode 1197; Eckenroide 1341; Eggenraide 1402
P Erprath, Neuss 41466; Erperade 1298 (Lac.); Heinrich von Erperode 1311 (Lo.);
Erproide 1408; Erbrath 1724
A #Eschenrath, Waldniel 41366; Esgerodhe 1168/83 (Br.)
A +Fronderath, Erkelenz 41812; Vrohenrode 1317; Vroenroide 1405; Vronrade 1445
P +Gerderath, Erkelenz 41812; Gerdenrothe 1172; Geirode 1460; Gerderaidt 1554
P ? Gerkerath, Mönchengl. 41179
  Gierath, Jüchen 41363; Gerothe 1129; Gerode 1140; Geroide um 1300 (LV); Geroyde 1378 (LV)
P ? Gilverath, Grevenbroich 41516; Gelweroide 1275 (Lac.)
P +Golkrath, Erkelenz 41812; Gollekerothe 1118; Gholkerre 1312/50; Golkenrade 1468
P +Granterath, Erkelenz 41812; Grantenrothe 1118; Grantenrode 1312/50; Grantenraidt 1554
A Grefrath, Neuss 41472; Greueroide um 1300 (LV); Greuerode 1345 (REK 5)
P Gubberath, Jüchen 41363; Gudewerode 1274 Lac.)
P Gubisrath, Grevenbroich 41516; Johann von Gozbreterode 1285; Gobelin von Gobregtrode 1294; Gobetrade 1340; Gobethradt 1341 (Lo.)
P Güdderath, Mönchengl. 41199; Gudolfrothe 1129 Kop. 1157; Gudolphrothe 1140
P Gürath, Grevenbroich 41517; Judenrode 1263, 1275 (Lac.); Goderode 1299 (Lo.);
Gůderode 1300 (Lo.)
P ? Gützenrath, Niederkrüchten 41372
P *Hastenrath, Erkelenz 41812; Haestelraed 1478; Hastelroide 1504; Haestenraed 1588;
Hastenrädt 1669
P ? Herberath, Jüchen 41363
  Herrath, Mönchengl. 41189

[p. 26]

P +Hetzerath, Erkelenz 41812; Hetzelroide 1454; Hetzenroide 1469; Hetzenraidt 1554
P Hilderath, Mönchengl. 41179
P +Houverath, Erkelenz 41812; de Hugenrode 1262; Hougenroide 1312/50; Huegenroide 1453; Huffenraidt 1554; Huveradt 1669
P Hülchrath, Grevenbroich 41516; Hilkerode 1206; zu den weiteren Belegformen s. vorne S.
P +Immerath, Erkelenz 41812; Emundrode 1144; Emeraide 1428; Emuntroide um 1300 (LV); Emmelroede 1510 (LV); Immenraid 1550
  Lanzerath 414..
P Lübisrath, Grevenbroich 41516; Leperath 1355 (Lo.); Lübisrath 1721 (Lo.)
P ? +Lützerath, Erkelenz 41812; Lutzenrode 1168; Lutzelinrode 1265; Lutzenrad 1583
P #Masenraide, Masenrode 1315 (Br., wohl zu 41066 Mönchengl.)
P +Matzerath, Erkelenz 41812; Massenrode 1212; Machenroide 1312/50; Matzenroide 1453; Matzenraid 1554
P +Mennekrath, Erkelenz 41812; Menkenraide 1309; Mennikerod 1480; Menkeradt 1562; Mennichrae 1580
A ? Mennrath, Mönchengl. 41179
S #Merode, Hof in Neuss; in Rede 1341; van me Royde 1377; Hof gen in Merode 1378 (Lo.)
A Mühlrath, Grevenbroich 41516
A Münchrath, Grevenbroich 41516; Munekrothe 1066-1081 kop. Mitte 12. Jh.
A ? #Nauderath, Hof bei Grevenbroich; (A.) (= Neurath 41517 ?)
A Neurath, Grevenbroich 41517; Nuroyde um 1300 (LV); Nueroide 1378 (LV); Nuweroide 1390, 1440 (LV); Nuwenroide 1510 (LV)
P ? Norbisrath, Grevenbroich 41516
P #Öligrath, Hof bei Grevenbroich (= Olligsrath 41516 ?); Ulcheroidt 1302; Vlkerade 1305; Vlkerode 1321 (Lo.)
P +Oerath, Erkelenz 41812; Udenraide 1309; Oerode 1460; Oeraidt 1546
P Otzenrath, Jüchen 41363; Osrotha 11. Jh.; Ozenrothe Mitte 12. Jh.; Huzenrode 1274
A Priesterath, Jüchen 41363; Pristerode 1262; dgl. 1274 (Lac.)
S *Rätchen, Wassenberg 41849; Raitghen 1506; daß Raetgen 1656
P Ramrath, Rommerskirchen 41569; Remunderode 1285; Egidius von Reymincroide 1333 (Lo.)
S #Rath, Süchteln 41749; Rhode 1220
S +Rath, Wegberg 41844; Rode 1312/50; 1453 Raide 1453; Rade 1469
P +Rickelrath, Wegberg 41844; Ricolferod 966 kop. +/- 1191; Richelrath 1505; Rickelraidt 1608
P *Rickelrath, Erkelenz 41812; Rykenrode 1312/50; Rykelroide 1451; Rekelrade 1488;
Rickeler Lehn 1656
  Röckrath 414..
S +Rödgen, Wegberg 41844; Rode 1312/50; Raede 1414; Raetken 1481; Roetgen 1562
P ? Rubbelrath, Korschenbroich 41352
P ? Sasserath, Mönchengl. 41199
  Spenrath, Jüchen 41363
P +Tetelrath, Wegberg 41844; Tidelrode 1116; Titelraid 1563
P Ückerath, Dormagen 41542; Okerode 1197; Philipp von Ukerode 1254; Uckerode 1263; Ockerade 1294; Okenrode 1319 (Lo.)
  #Vellrath, bei Hemmerden 41561; Velroide 1322 (Lo.)

[p. 27]

A +Venrath, Erkelenz 41812; Venirode 1197; Venroide 1360; Venraedt 1588
A Vogelsrath, Schwalmtal 41366
A ? Wallrath, Jüchen 41363
P +Werretsrath, heute Pesch, Erkelenz 41812; Werenkenrode 1265; Weretzenroede 1427; Werretsrath 1645; ab 1425 daneben Pesch
P Wickrath, Mönchengl. 41189; Wikerothe 1068; Wikerode 1018; Wicrode 1181; Wikkerode 1183; Wickerode 1186; Wicherode 1189; Wiggerodthe 1190; Wickenrode 1208; Wikenrode 1217; Wickerothe 1218
A ? +Wildenrath, Wegberg 41844; Wilderothe 1118; Wilderade 1468; Wylderaid 1554
P ? #Winzenroth, wüst zu Knechtsteden 41540; Wencenrode 1155; Winzenrode 1232 (Lo.)
P +Wockerath, Erkelenz 41812; Wukeroide 1309; Wouckeraid 1550; Wouckeraedt 1571

A Anrath, Willich 47877; Anrode 1161, 1294, 1367 (REK 3, 5)
P #Benrath, Krefeld 47804; Bevenrode 1314 (Br.)
  Clörath, Willich 47877
  Elfrath, Krefeld 47802
A Grefrath 47929; Greuerode 1177 (Lac.); Greueroide um 1300 (LV); Greueroyde 1347 (REK 5); Greveraide 1468 (Br.); Greueraidt 1575 (LV)
  Inrath, Krefeld 47805
A Steinrath, Krefeld 47807
A ? #Stepprath, Geldern 47608
A ? Vinkrath, Grefrath 47929

P Berrenrath, Hürth 50354; Barineriche 922; Beringerode 1202; Berincrode 1204; Berenkrodhe um 1222
P ? Geilrath, Kerpen 50171; Geilroide um 1300 (LV); Gelroide 1378 (LV); Geroede 1510 (LV)
A Grefrath, Frechen 50226
  Habbelrath, Frechen 50226; Elsa de Habelrode 1367 (? REK 7)
A Hasselrath, Pulheim 50259
A #Honrath, Bergheim 50127; Hanrode 1196
P ? #Huppelrath, Bergheim 50127; Wüstung Huppelrath 1603 (M.)
  Mödrath, Kerpen 50171; Můtrode 1275 (Lac.)
P ? Mutzerath, Pulheim 50259
A Quadrath-Ichendorf, Bergheim 50127; Quaitroide 1392
  #Rath, Pulheim 50259; Rode 1136; Rode 1158
A Seelrath, Kerpen 50171; Sielraidt 1606 (M.)
  Sehnrath, Kerpen 50170
P ? Wüllenrath, Elsdorf 50189

P ? +Bellenrath, Heinsberg 52525; Bellenraid 1500; Bellenrodt 1590
P *Benzenrath, Gangelt 52538; Bensenrae 1546; Bentzenraed 1592; Benzenrae 1629
P *Berelderode, Heinsberg 52525; Berelderode 1170/1276; Berelderoyde 1343; Berl-

[p. 28]

  drode 14. Jh.
P ? Bergrath, Eschweiler 52249; Egidius de Berchinrode 1289 (Mu. I)
P Bickerath, Simmerath 52152; Bickenrot 1369 (Lac.)
P +Bingelrather Hof, Selfkant 52538; Bingenrode 14. Jh.; Byngenraid 1501
A +Boverath, Heinsberg 52525; Boveraide 1394; Baevenraede 1466
P +Braunsrath, Waldfeucht 52525; Brunsrode 1202; Brunsraide 1277; Braunßradt 1588
A #Daubenrath, Jülich 52428; Douvenroide 1549; Dovenrod 1554/55 (Do.)
P ? *Dietenrath, Heinsberg 52525; Dietenroed 16. Jh.
A Distelrath, Düren 52351; Distelrode 1152; dysteroyd 1375 (M.)
P +Dorath, Heinsberg 52525; Dudenrode 1170; Dodenroyde 1343; Donrade 1455
P +Etzenrather Mühle, Gangelt 52538; Eytzenrode 14. Jh.; Etzenrae 1491
A Finkenrath, Herzogenrath 52134
A Frauenrath, Jülich 52428; Verowinrode 1189
P ? Friesenrath, Aachen 52076; Vreyssenroide 1334 (Mu. II); Vreyenroide 1361 (Lac.)
P ? +Gillrath, Geilenkirchen 52511; Gelrode 1260; Geilrode 1342; Geilraide 1476; Geilrae 1522; Gilradt 1666
P Girbelsrath, Merzenich 52399; Gerbrechtsrode 1349; Gerbertzroyde 1427 (M.);
Girbelsradt, Girbersradt 1548/49 (Do.)
A +Grotenrath, Geilenkirchen 52511; Grotenrode 14. Jh.; Grotenraede 1483
A ? +Hastenrath, Gangelt 52538; Haistelrode 1302; Hastelrode 1343; Hastenradt 1595
A ? Hastenrath, Eschweiler 52249
P +Hatterath, Geilenkirchen 52511; Atrade 1337; Hatrade 1342; Hatterae 1483
  Hehlrath, Eschweiler 52249; Conradus de Helrode 1251, 1252; Rutgerus de Helrode 1279, 1280 (Mu. I)
P *Herkenrath, Gangelt 52538; Herkenrode 1144; Erkenrode 1296/1343; Herkenrod 14. Jh.
S/A Herzogenrath 52134; Rode ducis 1280 (Mu. I); des hertzogen Rode 1282; Hertzogen Raide 1445 (ältere Belege für Kloosterrade/Rolduc, Kerkrade ab Anfang 12. Jh.:Rode 1106/08)
A ? *Himmelrath, Heinsberg 52525
P *Hölkerath, Heinsberg 52525; Hulkeroide 1343; Hulckeradt 1492; Hulckenrad 1586; Hulckeradt 1637
A *Hovenrath, Heinsberg 52525; Hoevenraedt 16. Jh.
A *Hufenrath, Waldfeucht 52525
A *Hundsrath, Waldfeucht 52525
A *Hunrath, Gangelt 52538; Huenrode 1336; Hoen-, Oenrode 1343; Huynraedt 1472
P #Isenkroidt, Titz 52445; Isacherode 1184 (Lac.); Ysacrode 1283 (Mu. I)
  Jackerath, Titz 52445
A ? Kalrath, Titz 52445; Calrode 1284 (Mü.)
A +Kreuzrath, Gangelt 52538; 1326 Creystroyde; 1341 Creytzrode; 1418 Krytzrode; 1595 Kritzradt
A Kufferath, Düren 52355; Raede 1536/37; Kofferodt 1554/55 (Do.)
P *Lanzerath, Heinsberg 52525; Lantzenroed 16. Jh.
  +Leerodt, Geilenkirchen 52511; Leeraide 1397; Leirode 14. Jh.; Leerodt 1637
S #Merode, Langerwehe 52379; Wern(h)erus de Rode 1174, 1179
P ? Menzerath, Monschau 52156; Mentzenrait 1361; Menzenrot 1369 (Lac.)
A +Müncherath, Geilenkirchen 52511; Rode 1165; Rode Huberti 1180; Munkerode 1270; Moennich 14. Jh.; Monichenraidt 1555

[p. 29]

A Neuseelrath, Merzenich 52399
A +Overath, Heinsberg 52525; Hoevenraedt 16. Jh.; Aberaet 1637
A *Overode, Heinsberg 52525; Overoyde 1343
  *Rätchen, Waldfeucht 52525; Ratkin 1277
P +Randerath, Heinsberg 52525; Randenrothe 1094/1109/1166/1218; Randenrode ab 1104 bis 1223 oft; Randenroede 1533
S #Rath, Arnoldsweiler 52353 (Do.)
S Rath, Nörvenich 52388; Rodhe 1166; Rode 1178; Roide 1549; Rath 1612 (Do.)
S #Roetgen 52159; Roytgen 1516; Roedtgenn 1549 (Neuß)
S #Rott, Roetgen 52159; Schauwartz Rodt 1516; Schawertzroidt 1549 (Neuß)
P ? #Ruesenrot, Wüstung bei Einruhr 52152; genannt 1369 (Lac.)
A ? *Schersrath, Heinsberg 52525; Schersraide 1277
A +Schierwaldenrath, Gangelt 52538; Schewrwalderadt 1581; Schurwalderadt 1584 Simmerath 52152; Semenroede 1342; Sementrot 1361; Semenrot 1369 (Lac.)
  Stepprath, Kreuzau 52372
P +Süggerath, Geilenkirchen 52511; Segerode 1153; Sugeraede 15. Jh.; Suggenroede 1499; Sugenraede 1505; Suggeroedt 1565
P +Theberath, Heinsberg 52525; Teberoide 1424; Tiberaet 1637; Teberath 1666
A ? +Tripsrath, Geilenkirchen 52511; Tripzerode 1210; Tripezrode 1217; Tripzerodiren 1218; Tripsrode 1303; Tripsroden 14. Jh.; Tripsraeren 1518; Tripsrad 1666
  +Uetterath, Heinsberg 52525; Otteraide 1387; Utrode 1457; Utradt 1585
A #Vroenrot, Wüstung bei Eicherscheid 52152; genannt 1391, 1396 (Lac.)
P *Wackerath, Heinsberg 52525; Wakeraide 1277
  *Waderode, Gangelt 52538; Waderoide 1343
P +Waldenrath, Heinsberg 52525; Waldenrode 1165; Walderoide 1518; Waldenrath 1666
  Witzerath, Simmerath 52152; Witzenrot 1396 (Lac.)
P ? *Wolvenkrath, Heinsberg 52525; Wolvencroth 1202; Wolvencrode 1217

A #Algert, Lohmar 53797; Alger 1582 (Di.: mundartlich Alerott)
A Altenrath, Troisdorf 53842; Aldenrode 1197 (Di.); Aldinroide um 1300 (LV); Aldenrode 1355 (Di.)
P ? Baleroth, Eitorf 53783 (Di.)
P #Beiert, Winterscheid 53809; Beyenrode 1299; Bayerode 1371 (Di.)
P #Beiert, Hennef 53773
P #Bennert, Königswinter 53639; Benroyde 1350 (Di.)
P Bennrath, Much 53804 (= Bennroth? Di.: Benrode 1319)
A Bergrath, Eschweiler b. Bad Münstereifel 53902; Berchrodt 1600; Bercheradt 1661 (G.)
P #Blickardaroth, Wüstung bei Heisterbacherrott, Königswinter 53639; genannt 948 (Di.)
P Bockeroth, Königswinter 53639; Buchenrode 1121 (Wi.); Buckenroide 1358 (Di.)
P ? Bouderath, Nettersheim 53947; Butenhart 1020; Bvdenhorth 1115; Budenarde 1139; Büdenroth 1461 (?? wohl ursprünglich Name auf -hard)
  Dankerath 53520
P Denrath, Mechernich 53894; Dydenrode 1322 (G.)
P Donrath, Lohmar 53797; Dodenraide 1550 (Di.)

[p. 30]

P Düferoth, Königswinter 53639; Duvelroid 1462 (Di.)
A ? #Efferoth, Königswinter 53639; (Di.)
A ? #Effert, Neunkirchen-Seelscheid 53819; (? Di.)
A #Frohnhardt, Oberpleis 53639; Froenrode 1487 (Di.)
A Frohnrath, Kall 53925
A Fronrath 53506
A Frorath, Hausen 53547; Frouerothe 1112; Frouerode 1150
P ? Girgenrath, Hausen 53547
P ? #Harperoth, Oberpleis 53639; (Di.)
P Hasenboseroth, Königswinter 53639; Bůsinrode 1218; Bosenrode 1314 (Di.)
P ? #Hattenrode, Wüstung, Königswinter 53639; genannt 1197/98 (Di.)
  Hausrath, Mechernich 53894
S/A #Heisterbacherrott, Königswinter 53639; Royde 1305; Heisterbach Raide 1447 (Di.)
P Herchenrath, Much 53804; Herchenroyde 1409 (Di.)
P Herfterath, Much 53804; Herbderoede 1464 (Di.)
P Herkenrath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Herkenrode 1144 (Di.)
P Hermerath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Harmerode 1478 (Di.)
P Hilberath, Rheinbach 53359; Hilbuderoide um 1300; Hilbodroide 1390 (LV)
P Hodgeroth, Ruppichteroth 53809; Haytgerove 1361; Hoytgerode 1478 (Di.)
  Hollerath, Hellental 53940; Hollar 1341; Holert 1600; Hollerath 1759 (vielleicht-lar-Name) (G.)
A Honerath, Adenau 53518; Bertholf von Honrat 1183 (?); Honrat Anf. 13. Jh. (? J., s. auch Horath 54497)
A Honerath, Bad Münstereifel 53902; Haenrode 1503 (Mü.)
A Honrath, Lohmar 53797; Hagenroth 1177; Hanrode 1196; Haenroder 1202; Hanrode 1203, 1209; Hanroide um 1300 (LV); Haenroyde 1378 (LV); Haynroede 1510 (LV)
A Houverath, Bad Münstereifel 53902; Houerode 1193; Sarne superior (Ober-Sahr) um 1300 (LV); Sarne superior alias Huuerodde 1510 (LV)
A ? Jungeroth, Buchholz 53567
P Kellersboseroth, Königswinter 53639 (s.o Hasen-)
A ? Lanzerath, Bad Münstereifel 53902; Landzroide 1486 (Mü.)
A ? Leuscherath, Much 53804; Gerhard v. Lutzenroide 1378 (Di.)
  Leverath, Much 53804
P Lückerath, Mechernich 53894; Lutgenrode 1187; Lüttingenrode 1251; Luykenrode 1503; Luckenradt 1512 (G.)
P #Lückert, Hennef 53773; Luckenrode 1487 (Di.)
A ? Manroth, Neustadt, Wied 53577
  Metzigerode, Hellental 53940; Mützingenroder 1649 (G.)
A Neuhonrath, Lohmar 53797 (s.o. Honrath)
P Niederbonrath, Much 53804; Bodenrode 1316 (Di.)
P Niederlückerath, Ruppichteroth 53809; Lugcrode 1295 (Di.)
A Obenroth, Eitorf 53783; Obynrade 1337 (Di.)
  Oberbonrath, Much 53804 (s.o. Nieder-)
  Oberlückerath, Ruppichteroth 53809 (s.o. Nieder-)
P Oberwolfert, Hellenthal 53940; Ober Wulfrad 1654 (G.)
P Oeleroth, Ruppichteroth 53809; Drutgin van Oelroide 1343 (? Wi); Tiel van Oelrade 1391 (? Wi.)
P ? Ohlerath, Bad Münstereifel 53902; Alerdt 15. Jh. (Mü. ?)

[p. 31]

P #Ohlert, Neunkirchen-Seelscheid 53819; (Di.)
P #Ohmerath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; (Di.)
P Oppelrath, Hennef 53773
P ? Reimerath 53539
P #Rengert, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Rengerod 1555 (Di.)
P #Renzert, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Reyntzgerode 1478 (Di.)
P Retscheroth, Ruppichteroth 53809; Rageraede 1419 (Di.)
  #Rheidt, Niederkassel 53589; Roide um 1300 (LV); Reyde 1378 (LV)
P #Rippert, Neunkirchen-Seelscheid 53819; de Ripperode 1364; Rypperode 1478 (Di.)
S #Roder, Kall 53925; Roder 1759 (G.)
P ? Roderath, Nettersheim 53947; Roedelroide 1396; Rodenrede 1461; Rodenrodte 1483; Roedenrait 1588 (G.)
S #Rodert, Bad Münstereifel 53902; (? eher zu Roder) Rondenre, Rodenre, Rodere 1222
S #Röttgen, Bonn 53125; Roitgin 1433; Rode 1449; Roetchen 1550
S #Röttgen, Lohmar 53797; (Di.)
S #Röttgen, Hennef 53773; (Di.)
S #Röttgen, Königswinter 53639; (Di.)
P #Rotscheroth, Ruppichteroth 53809; (Di.)
S #Rott, Hennef 53773; Roden 1144; de Rothe 1172; Roda 1173 (Di.)
S #Rott, Bonn 53225; 1689 Rott (untergegangen)
A #Rottbitze, Hennef 53773
P Rupperath, Bad Münstereifel 53902; Růbolderode 1054, Rubolderode 1142-56; Rubolderodhe 1171-72
P Ruppichteroth 53809; Ruoprehtrothe 1131; Ruprehterode 1166; Rupretherode 1181
A #Salgert, Lohmar 53797; (aus *Salgerode, Di.)
P Sasserath, Bad Münstereifel 53902
P ? Schneffelrath, Siegburg 53721; Schnefelroth 1296 (Di.)
  #Schnepperoth, Königswinter 53639
P Sieberath, Hellental 53940; Syberat 1759 (G.)
P ? Siebigteroth, Eitorf 53783
P Söntgerath, Much 53804
P #Söntgerath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Sungerode 13. Jh. (Di.)
P Uckerath, Hennef 53773; Okenrode 1131; Okerode 1166, Ocherode 1181; Okeroide um 1300 (LV); Oykeroide 1440 (LV)
P ? #Uhlrath, Siegburg 53721; Ulroide 1407; Uylroide 1415 (Di.)
  Untenroth (s.o. Oben-)
  Unterwolfert (s.o. Ober-)
S #Villiprott, Wachtberg 53343; Röttgen 1776
P ? Wallroth, Buchholz 53567
P #Walzerath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Waltzenrode 1478 (Di.)
  #Weiert, Neunkirchen-Seelscheid 53819 (?)
P Welcherath, Adenau 53518; ad UUerichonis sartem, UUerikenroth (931-56), kop. 1058; Werchenrode 1139; Gerchenrode 1157; Welcheradt 1616/17 (J.)
P Welterode, Eitorf 53783; Walderode 1249; Walderoyd 1392 (Di.)
P ? Willmeroth, Königswinter 53639
P ? Winnerath, Dankerath 53520
P Wolperath, Neunkirchen-Seelscheid 53819; Wolpenderode 1166; Wolpinrode 1181

[p. 32]

P Arenrath, Binsfeld 54518; Arendroth 1156; Arenroth 1195
P #Benrather Hof, Zerf 54314; Bermeroth 1036, 1177; Benroide Anf. 16. Jh. (J.)
P Bonerath, Pluwig 54316; Bonrade 1330; von Boenroide 1456 (J.)
A ? Boverath, Daun 54550; Peter von Buwenrait 1374; Boifferait 1518 (J.)
P Demerath, Schalkenmehren 54552; Deimvnderode 1059; Dimonthrothe (1095-99); Demerait 1377 (J.)
P Desserath, Deudesfeld 54570; de Desselrode 1204; Deselroed 1218; Deissilroyde 1330 (J.)
P #Elcherath, Winterspelt 54616; Elchenroide 1136; Elychenroht 1222; Elcherot 1222 (J.)
P Ellwerath, Rommersheim b. Prüm 54597; Ekkileivesroth 846 (nach J. fernzuhalten); in Elwinrode 1056/63; Welter von Elvenroth 1290; Eylvenrait 1363 (J.)
P Elzerath, Morbach 54497; Ermzeroth (hierher ?) 1277; Wilceroth, -roit 1284; Heilzinroth 1318; Elzeroit 1445; Eltzerath 1561; Elzert 1569 (J.)
P Emmeroth, Kleinich 54483; Emenroth 1177; Emerot, Emelrot 1378; Emeraidt, Emmerath 16. Jh. (J.)
P Gipperath, Hasborn 54533; Geuenrothe 1098; Gebenrode 1079-1101; Gepenrode 1148; Geuerode, 1155; Gepenrode 1161; Geverode 1179; Geuenrode Anf. 13. Jh.;
Gepenrode, gepinrode; Gipenrait Anf. 14. Jh. (J.)
P Gonzerath, Morbach 54497; Gunzerot 1290; Gunzinroyt 1308; Gunzenrode 1311; Gontzerod 1315; (viele Belege, J.)
P ? Götzeroth, Kleinich 54483; Getzeroth 16. Jh. (? J.)
P Greimerath bei Saarburg 54298; Grimolderode 981, kop. 1215; Grimoldesrode 1047/66; Grimelrot 1254; Grymerait 1498; Greymerath 1687 (J.)
P Greimerath, Hasborn bei Wittlich 54533; Grimolderoth 1230; Grimolderode 1237; Grimoltroth 1257; Grimelradt 1475; Greimeroth 1669 (J.)
A Greverath, Binsfeld 54518; Grevinroth 1232; Grevenrode 1253; Grevenrait 1428 (J.)
P Gusterath 54317; Gozprethrode 1236; Gozprecteroth 1245; Gospeterodt 1261; Gesteradt 1307/54; Goystrayt 1343; Gusteraidt 1570; Gusterath 1767 (J.)
A Heddert 54229; Hederichsrode 980; Hederichrode 1207 (J.)
  Heinzerath, Morbach 54497; Henzenrode 1331; Heintzenrod 1406; Hinzerait 1475;
Heintzeradt 1592 (J.)
   
P Hetzerath 54523; Hecelroide 1068; Hecilesrode 1103; Elcelrot 1222; Hetzelrait, Hetzenrait 14.Jh.; Hetzerath 1527 (J.)
  Heyroth, Üxheim 54579
P Hinzerath, Morbach 54497; Hůncenrod um 1250; Huntzerait 1315; Hentzenrait 1457;
Hinzerait 1475; Huntzerth 1561 (J.)
P #Himmerod, Wittlich 54516; Haymenrode 1139; Hemmenrod 1152; Himminrodhe 1185; Hymerode 1201
P Hinzert, Hinzert-Pölert 54221; Hunzenradt um 1307-14; Heintzerot, Heintzeraid 1315 (J.)
A ? Holzerath, Pluwig 54316
A Horath, Morbach 54497; Bertholfo de Honrat 1183 (?); Hoinroth 1281; Hoenraid 1396; Horrath 1561 (J.)
P Hupperath, Binsfeld 54518; Humbrecterod 1173; Humbretrode 1206; Hunbretrod 1225 (MRU)

[p. 33]

P Immerath, Schalkenmehren 54552; Emgrandenrode 1136; Engramenrode 1143;
Ingrammerode 1144; Engrammerode 1173; Engramenrode 1193; Immeroth 1298; Ymerait 1498 (J.)
P Immert 54426; Emerod 1379 (J.)
A Jünkerath 54584; Egorigio um 300; Icorigium um 365 (hierher ?); Juncrode 1213;
Juncrat 1324; Jungkerat 1344 (J.)
? Klüsserath, Köwerich 54340; Cluserado 748; Clutzarada, 775 kop. 1183/95; Clurirato 832/38 kop. 1222; Cluzirado 844 kop. um 1103; Cluzerte 1193; Clutterde 1222 (J., viele Belege)
P Lauperath 54649; Lupenroide 1136 (J.); Lupenrode 1148 kop. 1222
P ? Lehnerath, Rommersheim b. Prüm 54597; Lienroth, Lyemrode, Lienrotha, Lienrode 943 kop. um 1103; Leynrode 1291 (J.)
P Matzerath, Rommersheim b. Prüm 54597; Massenrode 1212
P ? Muxerath 54673; Motzerait 1501; Mutzeroth 1640 (J.)
A Naurath, Wald 54426; Nuwilre um 1220; -weiler bleibt bis Nauerth 1561 und danach;
Neuwerait 1569; Neuweiler 1581 (J.)
A Naurath Eifel, Köwerich 54340; Nuenrode (hierher ?) 1291; Nuwerod 1340/69;
Nuinrait 1465; Nuwerade 1498 (J.)
A Neroth, Deudesfeld 54570; Nurin 1360 (? J.: eher Niederroth)
A Neurath Eifel 54687; (J.: Neuroth ?)
P Odert, Morbach 54497; Odinrot 1276; Odenrot 1282; Odenrait 1457 (J.)
P ? Pilmeroth, Kleinich 54483; Pilmerode 1304; Pilmerat 16. Jh. (?) (J.)
A ? Pölert, Hinzert-Pölert 54221; Polroth, Pölrod um 1250; Poelroth 1267; Poilrait 1327 (J.)
A Prosterath, Beuren 54413: Průbesderuoth 1023; Provesderuot 1026, 1051; Probestroth 1269; Prosterath 1277; Proistert 1534 (J.)
P Rapperath, Morbach 54497; Rapperode 1278; Raperot 1282; Rapperait 1315; Raperaidt 1569;
S Roth bei Prüm 54597; Rode 1291; Rodde 1352 (J.)
S Roth an der Our 54675; Rode 1249, 1313; Roide 1570 (J.)
S Roth, Gerolstein 54568; Roide 1136; Rode 1218 (J.)
  Seiwerath, Rommersheim b. Prüm 54597
P Utzerath 54552; Udmodsard 980; Otzenrode 1518 (J.)
P ? Watzerath 54595
P ? Wederath, Morbach 54497; Wedelrait 1315; Wedilroyt 1337; Wederoidt 1569 (J.)
P Weiperath, Morbach 54497; Weipperaide 1098; Wipenroth, Wiperoth 1251; Weypperath 1561 (J.)
P ? Wenigerath, Morbach 54497; Wengerait 1315; Wenigerait 1396; Wengroit 1500 (J.)
P ? Willwerath, Weinsheim 54595

[p. 34]

Anhang: Liste 2

RODE-Siedlungsnamen in Belgisch-Limburg

 

Die nachfolgende Aufstellung enthǎlt in alphabetisierter Abfolge die auf die Siedlungsnamen mit einem datierten Erstbeleg reduzierten RODE-Namen aus der Arbeit von Bosmans (1970). Einige, längst nicht alle Flurnamen sind ausgeschieden worden, ebenso die von Bosmans selbst hinsichtlich der Identifizierung als RODE-Name mit? versehenen Namen.

Aufbau: Dem RODE-Namen folgt die Angabe der Gemeinde, dann der Erstbeleg mit Zeitstellung sowie die Planquadrat-Angabe des Register van plaatsnamen (1962) zur Identifikation mit der Anordnung bei Bosmans.

Abroens (Piringen): Abroens 1385 (Q 161)
Beekrooi (Diepenbeek): Bikerith 1272 (Q 71)
Blokrooi (Meeuwen): Blockroy 1777 (L 364)
Bostrode (Koninksem): Bostrode 1316 (Q 167)
Ebbersrooi (Paal): ebbersroy 1459-1485 (K 357)
Eggersroet (Hasselt): Egghersroet 1349 (Q 2)
Eikelrooi (Genk): eyckelroye 1566 (Q 3)
Enrode (Zepperen): enroyde 1386 (P 177)
Geenrode (Meldert): Geenroden 1777 (P 45)
Gerbotsrode (nicht näher zu lokalisieren): Gerbotsrode 1280-1344
Gippersrode (Zepperen): gherborsrode 1380 (P 177)
Groot Rooi (Gruitrode): Groot Roy 1777 (L 366)
Gruitrode (Gruitrode): Gruytrode 1267 (L 366)
Hagenrode (Sint-Truiden): Haghenrode 1367 (P 176)
Hagenroot (Vliermaal): hagenroedt 1385 (Q 80)
Helversrot (nicht näher zu lokalisieren): Helversrot 1307
Herkenrode (Kuringen): Herckenrode 1213 (P 57)
Herkenrode (Hasselt): herckenroede 1598-99 (Q 2)
Hertenrode Berg (Meldert): Hertenroden Bergh 1777 (P 45)
Homberode (Ketsingen): ho(m)beroede 13.-14. Jh. (Q 176a)
Kinrooi (Kinrooi): Kinroed 1496 (L 369)
Kleinroet (Rukkelingen-Loon): Cleenroet 1535 (P 223)
Leeuwerroot (Kortessem): Leeuwerroyt 1385 (Q 74)
Liefkenrode (Halen): Liefkenrode 1410-1646 (P 48)
Maasroden Halen): Maasroeien 1552-1555 (P 48)
Marienrode (Halen): Marienrode 1616-1792 (P 48)
Mennensroot (Zepperen): mannenroet 1425 (P 177)
Nederrode (Hoeselt): Nederrode 1275 (Q 77)
Nederrode (Hasselt): Nederrode 1280-1344 (Q 2)
Ooienroot (Zepperen): doyenroet 1426 (P 177)
Regensroot (Zepperen): reghensroet 1386 (P 177)
Riebos (Bilzen): Roedboess 1498 (Q 83)
Rijnrode (Loksbergen): Reynrode 1227 (P 47)
Rijnrode (Halen): Renrode 1367 (P 48)
[p. 35]
Rijnsrode (Diepenbeek): Rynsrode 16 Jh. (Q 71)
Roda (Gruitrode): Roda 1078 (L 366)
Rode (Diepenbeek): Rode 1286 (Q 71)
Rode (Sint-Truiden): rode 1376 (P 176)
Rode (Henis): Rode 1439 (Q 158a)
Rode (Gors-Opleeuw): Rode 1377 (Q 153)
Roderburg (Maaseik): Roderborch 1522 (L 372)
Roede (Hasselt): sRoeden 1280-1344 (Q 2)
Roenhagen (As): Roenhagen 1280-1344 (L 417)
Roet (Diepenbeek): Roet 16. Jh. (Q 71)
Roet (Lummen): roet Beginn 16. Jh. (P 51)
Roet (Vlijtingen): Roet 1285 (Q 171)
Roet (Herderen): tRoet 1280-1344 (Q 174)
Roet (Henis): Roet 1385 (Q 158a)
Roet (Riemst): Roet 1280-1344 (Q 175)
Roet (Zichen-Zussen-Bolder): Roet 1280-1344 (Q 179)
Roet (nicht näher zu lokalisieren): Roet 1280
Roetheim (nicht näher zu lokalisieren): Roetheim 1280-1344
Rooi (Genk): roet 1509 (Q 3)
Rooi (Bilzen): Rode 1300 (Q 83)
Rooi (Neerrepen): Rode 1371 (Q 155a)
Root (Zepperen): roet 1437 (P 177)
Rot (Niel): Rot 1291 (L 418)
Rotem (Rotem): Rotheim 1096 (L 420)
Rotem (Waltwilder): Rotheim 1275 (Q 84)
Rottem (Halen): Roeheem 1119 (P 48)
Rouken (Halen): rouken 1709-1795 (P 48)
Steenkensroot (Zepperen): steenkensroet 1425 (P 177)
Stippelrode (Zepperen): stippelrode 1244 (P 177)
Stokrooi (Stokrooi): Stoecherode 1154 (P 56)
Venkenrode (nicht näher zu lokalisieren): Venkenrode 1250
Vliermaalroot (Vliermaalroot): Vlidermale Roide 1367 (Q 75)
Vonbersrode (Diepenbeek): Vonbersrode/Vonstbrestrode 1272 (Q 71)
Waanrode (Hasselt): Waenroye/Waenrode 18. Jh. (Q 2)